Turmfalken
Turmfalken 2002
(Falco tinnunculus)
Brutkasten in
ca. 6 m Höhe
Nach einjähriger Pause wurde der Turmfalkenkasten wieder von einem Paar besetzt.
Am 3.April waren erstmals Aktivitäten feststellbar. 2 ♂♂ streiten sich um ein ♀ .
Das ♀ wird immer wieder mit frischen Mäusen verwöhnt. Der Horst wird aber nur vom ♀ angeflogen die ♂♂ sitzen nur am Baum daneben. Nach 2 Tagen setzt sich dann der beste Mausfänger durch und das andere ♂ verlässt das Revier, obwohl er in der Balzzeit noch öfters Störversuche startet.
Nun beginnt die eigentliche Balz. Es beginnen die Kopulationen, die immer wieder und ganz heftig mit viel Geschrei erfolgen. Zwischendurch wird das ♀ immer wieder mit Mäusen gefüttert.
Um den 8.Mai wird es ruhig am Horst, nun hat das ♀ zu brüten begonnen. Das ♂ schleppt immer wieder Frischmäuse an um das ♀ gut zu versorgen. Das ♀ selbst verlässt das Nest nur kurz um die Maus zu fressen, während das ♂ den Horst bewacht, sich aber nicht auf die Eier setzt. Oft kommt es mir vor als würde das ♂ mit Fortdauer der Brutzeit immer nachlässiger mit der Fütterung des ♀ das ich schon Angst hatte das sie die Brut aufgeben muss.
erster neugieriger Blick
kurz vorm ersten Flug
Am
4.Juli ist es soweit. Der erste wagte es und
flog auf ein Fensterbrett unterhalb des Horstes. Als er mich sah flog er auf
einen A- Mast wo er sich mit einen Fuß verfing und ich schon Angst hatte das er
sich verletzen könnte. Er hatte aber Glück und entkam dieser Falle und flog
auf das Dach des Nachbarhaus von dem er wieder weiter einer 500 Meter entfernten
Buschgruppe flog. Dort wurde er von seiner Mutter versorgt, während der Vater
die übrigen Jungen am Horst versorgte. Am 7.Juli waren
dann auch die letzten Jungen ausgeflogen und ihr neues Revier wurde ein ungefähr
100 Meter entfernter Obstgarten mit großen alten Bäumen deren Äste zum Teil
schon abgestorben sind und einen ausgezeichneten Ansitz ergaben. Am Abend kommen
sie aber immer wieder zum Horst zurück. Um den 14. Juni habe ich die ersten Rüttelübungen
beobachtet. Allmählich blieben sie auch am Abend im Obstgarten. Hier
lernten sie, was sie zum Überleben brauchen und man hörte sie bis in den
September hinein noch ihre typischen Rufe bis sich der Familienband dann allmählich
auflöste und sich die Jungen immer weiter von ihrer „Heimat“
entfernten.
Vereinzelt
sieht man aber auch im Oktober noch welche im Obstgarten auf ihren beliebten dürren
Ästen sitzen, wo sie sich sonnten und ihre Jagdflüge starteten.
Auch das ♂ hält sich viel im Obstgarten auf, ja es ist eigentlich den ganzen Winter präsent.
Am 21.03. war es wieder so weit, ein Turmfalkenpaar besucht den Brutkasten. Sie sind zwar nicht ständig anwesend aber jeden Tag der vergeht bleiben sie etwas länger. Das Männchen ist auch sehr fleißig und verwöhnt die Turmfalkendame mit frischen Mäusen. Am 11. 04. kommt es dann zu massiven Störungen durch ein anderes Männchen. Dies dauert bis zum 16.04. an. Es gibt immer rasante Kämpfe zwischen den beiden Männchen, während das Weibchen lockt, bis sich schließlich das ältere der Männchen durchsetzt. Ab dem 28.04. sitzt das Weibchen und es schlüpfen wieder 4 Junge. Am 1. Juli flog dann der erste Junge aus war aber etwas ungestüm und so landete er auf einem Fensterbrett im Keller. Ich nahm ihn und setzte ihn auf einen nahen Baum wo er dann von den Eltern weitergefuttert wurde. Eine Woche später flogen dann auch die anderen 3 Junge ab.
Am 09.03.2004 findet sich das Pärchen
erstmals am Nistkasten ein. Die nächsten Tage war es dann etwas ruhiger am
Nistkasten bis es am
17.03.2004 so richtig losging. Das Weibchen lockt fast ununterbrochen. Das
Männchen versucht das Weibchen emsig mit Mäusen zu verwöhnen. Durch das Locken
des Weibchens kommen auch andere Männchen zum Nistkasten und es entbrennt ein
Kampf, bei dem das ansässige Männchen oft bis zu 4 fremde Männchen abwehren
musste. An diesem Tag gingen die die Kämpfe bis in die Dunkelheit hinein. Es
ging soweit das die Turmfalken versuchten sich an die Hausmauer zu klammern, an
der, der Nistkasten angebracht ist. Am nächsten Tag wieder dasselbe Bild. Das
Weibchen lockt intensiv und die Männchen kämpfen verbissen. Am 19.03.2004 wird
es endlich ruhiger. Das Paar scheint sich gefunden zu haben. Die anderen sind
weg. Es kommt schon zu ersten Kopulationen.
Am 21.03.2004 vormittags kommt es wieder zu massiven Störungen. Es ist ein
anderes Paar angekommen und diesmal beteiligt sich auch das Weibchen an der
Vertreibungsaktion. Nach ein paar Stunden haben sie es geschafft. In den
nächsten Tagen kommt es nur mehr vereinzelt zu Störungen durch Männchen. Am
2.April nachmittags taucht wieder ein Männchen auf. Es wird gleich vom
Männchen im Luftraum attackiert. Das ging einige Stunden so dahin aber das
fremde Männchen lies nicht locker und kam immer näher an den Brutkasten heran,
es scheint das es stärker als das ansässige Männchen ist. Jetzt flog auch das
Weibchen aus und beteiligte sich auch an der Vertreibung des Feindes. Es scheint
das es schon mit dem Eier legen begonnen hat, denn so ein aggressives Weibchen
ist mir noch nicht untergekommen. Auch diesmal gingen die Kämpfe bis in die
Dunkelheit hinein. Nächsten Tag wieder das selbe Bild, nur wurden die Kämpfe
noch um eine Spur brutaler. Das Männchen beteiligte sich nur mehr an den
Luftkämpfen, aber in der Brutkastenumgebung kämpfte nur das Weibchen. Es fanden
richtige Ringkämpfe statt, die am Boden ausgetragen wurden. Schließlich
gelang es doch den "Hausherren" den Störenfried, nach einem 3 Tage dauernden
Kampf, zu verjagen.
Es vergingen noch ein paar Tage bis sich das Weibchen von dieser Störung erholte und wieder mit dem Eier legen begann. Am 10. April beginnt sie das Gelege zu bebrüten. Am 29.04. kommt es wieder zu Störungen die 3 Tage andauern. Es gab wieder die berühmten Bodenkämpfe vom Weibchen mit einem Männchen. Diesmal waren die Kämpfe so heftig das unser Weibchen eine Verletzung am Flügel erlitt und nach ein einer Stunde schaffte sie es doch auf einem niedrigen Baum zu fliegen. Erst am nächsten Tag war sie in der Lage wieder zum Brutkasten fliegen. In der Zwischenzeit übernahm das Männchen die Bewachung des Geleges und schaffte
es auch den Angreifer zu verjagen. Leider wurde das Gelege eine längere Zeit nicht mehr bebrütet, so wird es jetzt wohl kaputt sein.

Auf den beiden Bilder sehen sie wie das Weibchen am Boden mit einem fremden Turmfalkenweibchen kämpft, während das eigene Männchen zusieht.
Noch ein paar Bilder vom verletzten Weibchen die gleich nach dem Kampf von mir gemacht wurden.

Sie fängt sich langsam wieder und versucht zu
fliegen was ihr aber durch den leicht verletzten Flügel nicht wirklich gelingt
und es vorerst nur auf den Eibenzaun schafft, wie die beiden Fotos oben es
dokumentieren.
Am 14.05.2004 wurde ich von einem Nachbarn
angerufen, der ein verletztes Turmfalkenweibchen in seinem unbenützten Stall
gefunden hat. Ich glaubte im ersten Moment dass es das Weibchen von meinem Haus
ist das ja durch die Störungen das Brutgeschäft beendet hat dem war aber nicht
so den dieses saß außen auf dem Nistkasten als ich mit dem verletzten Falken
nach Hause kam.
Ich brachte das Weibchen, das am Flügel verletzt war, zu Reinhard Osterkorn nach
Ebelsberg.
Einen Tag später bemerkte ich dass das Weibchen am Nistkasten wieder zu betteln
begann. Am nächsten Tag saß sie zu meiner Überraschung wieder im Nistkasten und
sie sitzt bis heute noch. Ich war der Meinung das Turmfalken nur ein Gelege
haben und da das Weibchen ja vorher mindestens schon 2 Wochen gesessen ist, ist
mir das ein Rätsel.
Wir werden sehen ob es doch noch Nachwuchs gibt.
Und es gibt wieder Nachwuchs. Am 13.06.2004 schlüpften 4 Junge. Sie entwickelten sich prächtig und am 11.07.2004 startete der erste einen Flugversuch. Er kam zwar nicht weit aber bis zum Abend hat er es wieder hinauf bis zum Brutkasten geschafft.

Der Junge kurz bevor er das erste Mal versucht zu
fliegen
Das Männchen mit einer Maus