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Sigrid's Lebensgeschichte

Folgeseiten:
Sigrid's Lebensgeschichte 1.Teil
Sigrid's Mißbrauch 1.Teil
Sigrid's Mißbrauch 2.Teil
Meine Beziehungen -die armen Kerle!?-
Briefe an meine Mutter
mein Alkoholproblem

Der Prozeßablauf

Wenn ein Strafverfahren eingeleitet wird...

"Kleinigkeiten" bei der Vernehmung!

Auszüge aus dem StGB...

Dies ist ein Teil eines Anamesebogens, den ich im Dezember 1996 ausfüllte.

Elternhaus

Ausbildung und Beruf der Eltern ?

Meine Eltern haben beide keine Ausbildung.
Mein Vater arbeitete schon als Kind bei einem Bauern, er wurde viel geschlagen, später arbeitete er in Emmerke und wohnte in Bettmar, er muß zu Fuß gehen. 1956 machte er seinen Führerschein, fing als Fernfahrer und war selten Zuhause. Er besorgte alle möglichen Sachen z.B. Schnaps, Zigaretten, Wurst und klaute Gemüse von den Feldern. Er wechselte öfters die Firmen.
Einmal war sogar die Kripo bei uns und machte eine Hausdurchsuchung. Wenn er nach Hause kam, gab es Prügel für die Kinder, die was angestellt hatten, aber nicht mit der Hand, sondern mit einem Gürtel, und es gab Stubenarrest, manchmal über Wochen.

Kenne ich meinen Vater überhaupt??????

Meine Mutter: Sie wurde von ihrer Tante großgezogen, obwohl ihre Mutter noch lebt. Sie hat bei einem Bauern gearbeitet. Sie war verlobt, als sie meinen Vater kennengelernt hat. Sie sagte öfters: „Wenn sie den Anderen geheiratet hätte, dann hätte sie nicht so viele Kinder!“ Als ob wir ihr eine Last waren.

Anzahl, Alter und Beruf der Geschwister ?

Ich habe sechs Geschwister. Hans ist 36 Jahre alt. Er hat keinen Beruf erlernt, er hat immer mal hier und mal da gearbeitet. Er trank schon immer viel, ich kann mich erinnern, daß er eine Kiste Bacardi im Kofferraum hatte und betrunken gefahren ist. Er spielte schon immer an Automaten, solange ich mich erinnern kann. Heute lebt er in Scheidung und hat einen großen Berg Schulden. Er ist Alkoholiker und Spieler.

Andreas ist 35 Jahre alt. Er ist Dachdecker, er trank schon in seiner Lehrzeit, verlor dann den Führerschein wegen Alkohol. Er lebte dann in Berlin, dort wurde immer kistenweise Bier gekauft, er fuhr dann auch betrunken Mofa. Wobei sie ihn immer wieder erwischten. Er war bei den anonymen Alkoholikern. Unterdessen hat er wieder einen Führerschein und trinkt nur, wenn er nicht fährt. Er ist Alkoholiker und steht dazu.

Manfred ist 34 Jahre alt. Er hat keine Ausbildung. Er ist mit 17 nach Berlin gezogen, hat früh geheiratet und hat 2 Kinder. Ich habe keinen Kontakt zu ihm.

Frank ist 31 Jahre alt. Er hat keine Ausbildung, ist schon früh der Polizei aufgefallen, mit sechs oder sieben hatte er seine erste Alkoholvergiftung. Er rauchte schon mit sieben, nahm dann mit ca. 14-15 Drogen und ist heute Alkoholiker und drogenabhängig. Er ist total kaputt.

Rainer ist 27 Jahre alt, er ist Neurodermiker. Er hat keine Ausbildung, er war Mamas Sorgenkind. Ich kann mich erinnern, er kann weder richtig schreiben noch lesen. Er ist mit Frank auf den Schwulenstrich gegangen. Nahm dann Drogen und trank immer viel Alkohol. Er ist heute Alkoholiker und drogenabhängig. Er hat unterdessen einen Führerschein. Aber wie lange?????

Gabriele ist 25 Jahre alt. Sie ist gelernte Verkäuferin und hat eine 2-jährige Ausbildung als Schneiderin. Sie hatte schon viele Beziehungen, aber keine von Dauer, kenne ich Gabi eigentlich???

Wie war das Verhältnis der Eltern zueinander ?

Es gab Heimlichkeiten. Es gab keine Harmonie, nicht mal mehr Weihnachten, meist gab es gerade an Feiertagen, oder wenn wir Besuch hatten, Streit und es kam auch dazu, das mein Vater meine Mutter schlug oder Sachen kaputtschlug, und danach waren die Kinder dran mit Schlägen. Ich habe viel überlegt und ich glaube, wenn meine Mutter sagte: „Verprügel Den/Die!“, dann tat mein Vater das mit Spaß.

War ein Elternteil bestimmend ? Welcher ?

Das kann ich nicht sagen, meine Mutter hat zwar das Geld verwaltet, aber kam nie damit aus. Sagte mein Vater was, mußte das gemacht werden.

Wie verstanden sich die Geschwister untereinander ?

Ich muß mir darüber erst Gedanken machen, viel weiß ich nicht, Hans waren wir eine Last, Andreas hat öfters auf uns aufgepaßt, wenn Mama einkaufen gegangen ist. Er mußte auch viel mit und dann Sachen tragen.

Wie verhielten sich die Eltern zu den Kindern
(ausgeglichen, verwöhnend, vernachlässigend) ?
Leben beide Eltern noch? Verheiratet oder geschieden ?

Es leben beide noch, meine Mutter hat sich nach 36 Jahren Ehe von meinem Vater getrennt, ich kann mich erinnern, meine Mutter sagte immer: „macht doch was ihr wollt, macht ihr doch sowieso!“
Ich würde sagen, meine Eltern haben uns vernachlässigt.
Meine Eltern vermieden Kontakte mit den Nachbarn, deshalb durften unsere Spielgefährten auch nicht bei uns im Haus spielen.

Persönliche Entwicklung

Wann und wo sind Sie geboren ?

Ich bin im August 1967 in Löhne/ Westf. geboren. Ich war etwa 4 Monate alt, als wir nach Meyenfeld gezogen sind. In ein Haus, das mehr eine Ruine war, als alles andere. Mein Vater versuchte das Beste daraus zu machen. Das Haus hatte früher ein "Plumpsklo" und mein Vater hat Ratten mit dem Luftgewehr geschossen. Mein Vater wohnt dort immer noch.

Die ersten Lebensjahre bis zur Einschulung ?

An diese Zeit kann ich mich nicht erinnern.

Wo sind Sie aufgewachsen ?

In einem kleinen Ort bei Garbsen, er hatte etwa 500 Einwohner. Wir konnten auf der Straße Ball spielen, die Wälder erforschen, und auf die höchsten Bäume klettern. Ich wurde eher wie ein Junge erzogen, mußte viel auch Prügel von meinen Brüdern einstecken. Freundschaften hatte ich keine richtigen, es kam ja keiner mit zu mir nach Hause, wenn wir spielten, spielten wir draußen auf dem Moorweg. In der Schule war ich das schwarze Schaf, wurde ständig gehänselt (weil wir in so einer Bruchbude wohnten, weil ich so viele Geschwister hatte).

Freundschaften ?

Ich hatte nie richtige Freunde, wenn, dann wurde ich oft ausgenutzt, oder habe andere ausgenutzt. Einige Zeit war ich mit einem Jungen aus meiner Klasse befreundet. Er wohnte auch gleich bei uns in der Nähe. Dann brachte sich sein Vater um und sie zogen weg. Ich war auch mit zwei Mädchen aus meiner Klasse befreundet, bei der einen spielten wir öfters im Garten, oder töpferten, die Mutter hatte eine Töpferwerkstatt. Ich war auch mit einem Jungen befreundet, der wohnte an der B6, das war zu gefährlich dort hin zu gehen (starkbefahrene Bundesstraße). Irgendwann stritten wir uns und ich zog ihm büschelweise Haare aus. Ende der Freundschaft. Wir bekamen eine Neue in die Klasse. Sie heißt Christiane, ihre Eltern übernahmen das Sportlerheim, wir wurden Freundinnen, ich durfte da sonst nie hin, außer um Hausaufgaben zu machen und damit meine Mutter ihre Ruhe hatte. Schon nach einigen Jahren sind sie dann weggezogen und wir haben uns aus den Augen verloren. Wir haben uns Jahre später`mal in einer Disco getroffen und dann habe ich 1995 mit ihr mal telefoniert, als ich bestimmte Nachforschungen anstellte.

Wichtige Lebensereignisse aus Kindheit und Jugendzeit, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind ?

Ich denke oft an Träume. Sie sind mir in Erinnerung, als hätte ich sie letzte Nacht geträumt. Ich spiele in einer Scheune mit Stroh verstecken und klettere immer höher, gelange auf das Dach und springe hinunter, fange dabei an zu schweben, mir passiert nichts. Ich fühle mich dann befreit und muß an nichts mehr denken.

Oder ich schlafe in meinem Zimmer, was ich mit meiner Schwester teilen mußte. Ich wache nachts auf, will zu meiner Mutter, aber ich komme nicht ins Schlafzimmer, weil da eine Kommode vorsteht, wo ich durchklettern muß, um zu ihr ins Bett zu kommen.

Ich habe bestimmt bis zu meinem 11 Lebensjahr ins Bett genäßt, meine Matratze hatte schon ein richtiges Loch vom Urin. Es gab damals noch die Matrazenunterlage aus Drahtgeflecht, meine hatte in der Mitte ein Loch, es war durchgefressen/-rostet. In diesem Bett mußte ich schlafen. Meine Mutter sagte, es würde sich nicht lohnen, ein neues Bett für mich zu kaufen, solange ich ins Bett pisse. Ich kann mich erinnern, ich kroch dann zu meiner Schwester ins Bett.

Ich wurde als Kind mißbraucht, von einem fremden Mann, der war wohl so etwa 30-35 Jahre alt. Ich versuche mich zu erinnern: Ich muß in die erste oder zweite Klasse gegangen sein. Ich wurde mit 7 eingeschult. Es muß so ungefähr Februar oder März gewesen sein, zumindest lag noch Schnee und wir wollten einen Schneemann bauen, mit wem, weiß ich nicht mehr. Zumindest gingen wir im Dorf herum und suchten Schnee, wo noch nicht geräumt war. Wir fanden Schnee beim Bauern gegenüber, dort bauten wir einen Schneemann. Es kam ein Mann und sagte wie schön der wäre. Der Mann wohnte bei einer Familie, der Sohn ging mit Hans in eine Klasse, der Junge kam dann auch häufiger zu uns und brachte dann den Mann mit. Einmal sagte er, wir könnten uns die Pferde anschauen. Frank und ich gingen dann auch hin, er zeigte uns die Pferde und gab uns Bier zu trinken. Ob er uns an diesem Tag schon mißbraucht hat, weiß ich nicht mehr. Wir gingen dann öfters hin, er wohnte da in einem Zimmer, dort stand ein Fernseher, ein Bett, da war ein kleines Bad und eine Kommode, in der, wie ich heute weiß, ganz viele Kondome waren. Er sagte dazu immer bunte Luftballons, die waren bunt eingepackt, in kleine Tütchen, die man aufreißen mußte. Ich wunderte mich nur warum die so komisch waren am Mund (beim Aufpusten), so ekelig. Meine Eltern, vielmehr mein Vater verbot uns dorthin zu gehen, wir gingen trotzdem weiter dorthin und einmal erwischte er uns, als wir nach Hause kamen, gab es Prügel. Meine Eltern sprachen nie mit uns Sexualität, klärten uns nicht auf, warnten uns auch nicht vor möglichem Mißbrauch. Ich glaub zu diesem Zeitpunkt hatte er mich schon sexuell mißbraucht. Er schickte Frank Zigaretten holen, wenn Frank weg war, mißbrauchte er mich und gab mir Geld. Frank gab er auch immer Geld. Auf dem Hof gab es einen Landarbeiter, der hieß Krischan und seine Schwester Alma. Krischan sagte zu mir, wenn ich nicht mit ihm ins Stroh ginge, würde er alles meinen Eltern erzählen. Ich hatte Angst und bin mit ihm ins Stroh gegangen. Dort mußte ich seinen Penis anfassen und ihm zum Orgasmus bringen. Der Mann heißt Rudolf, aber genannt wurde er immer Heinz. Mein Vater hatte einen Unfall und lag lange im Krankenhaus, danach fuhr er zur Kur und Heinz kam immer häufiger zu uns. Meine Mutter erlaubte sogar, das wir mit ihm Pilze suchen gehen durften und schwimmen. Er war sehr häufig bei uns. Er schenkte mir zu meinem Geburtstag eine Kette mit meinem Sternzeichen, meine anderen Geschwister bekamen nichts zum Geburtstag von ihm.

Hatte meine Mutter keine Augen im Kopf, oder wollte sie das nicht sehen, was der mit mir machte. Er versprach mir jedesmal Überraschungen, wenn wir uns trafen brachte er auch immer was mit. Bier und Zigaretten hatte er immer dabei. Wir tranken dann, Frank war immer dabei. Heinz machte Fotos von uns, als wir nackt waren. Wir trafen uns am Moorweg und gingen dann in den Wald, oder in ein Maisfeld, wo er mich dann mißbrauchte. Am Berenbosteler See verabredeten wir uns, dort suchte er einen Platz, ziemlich weit weg von anderen Leuten.

Bin ich daran selber schuld, daß mir das passierte?

Die restlichen Antworten liegen mir leider nicht mehr vor, sie sind nur der vollständigkeithalber hier aufgeschrieben. Vielleicht willst Du ja Deine Lebensgeschichte aufschreiben??!

Schulischer und beruflicher Werdegang (Ausbildung) ?

Besondere Leistungen und Schwierigkeiten in der Schul- und Berufsausbildung ?

Wichtige Lebensereignisse, wie z.B. Freundschaften und Partnerbeziehungen, Heirat, Geburt von Kindern, Scheidung, Wohnungswechsel, Berufswechsel, Krankheiten, Todesfälle ?

Berufstätigkeit

Jetziger Tätigkeitsbereich ?

Art der Anforderungen im Beruf ?

Probleme und Schwierigkeiten im Berufsleben ?

Sind Sie mit Ihrem Beruf und Ihrer jetzigen Tätigkeiten zufrieden ?

Familiensituation und Beziehungen zur Umgebung

Anzahl, Alter Ihrer Kinder ?

Erziehung der Kinder ?

Schul- und Berufsausbildung der Kinder ?

Beziehung zu den Kindern ?

Beziehung zum Partner ?

Wie sehen Sie Ihren Partner ?

Welche Personen stehen Ihnen außerdem noch nahe ?

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit ?

Welches sind Ihre Hobbys ?

Wohnsituation und finanzielle Lebensbedingungen

Wo und wie wohnen Sie ?

Finanzielle Situation ?

Alkoholkrankheit - Tablettensucht

(Alkohol und Tabletten kann auch durch Magersucht, Bullemie, Workoholics, Spielsucht, Drogenmißbrauch, Internetsucht und auch durch Rauchen ersetzt werden, die Auswirkungen sind fast immer diegleichen oder zumindest sehr ähnlich....)

Wann haben Sie zum ersten Mal Alkohol getrunken ?

In welchen Situationen haben Sie Alkohol getrunken ?

Seit wann und warum haben Sie im verstärkten Maße getrunken ?

Wann sind erstmalig Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Alkohol aufgetreten ?

Was meinen Sie zu Ihrem jetzigen oder bisherigen Umgang mit Alkohol ?

© by skhl-Hildesheim 1998

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