Diese Seite wurde eingefügt mit freundlicher Genehmigung des Verfassers, Martin Niederberger, Schweiz

Eine Befragung von 1000 Frauen in der Schweiz über ihre Kindheitserfahrungen und die psychosomatischen Folgen.
Die Auswertung ist im Gang. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist im Laufe dieses Jahres zu erwarten.
Hier einige wichtige Resultate vorweg (nur summarisch):
Frauen, die in ihrer Kindheit sexuelle Kontakte hatten, weisen einen höheren score für psychosomatische Belastung auf.
Gemessen wurde diese Belastung anhand einer abgeänderten Version des SCL-90-Tests. Dieser erfragt Symptome, die im einzelnen weit verbreitet und alltäglich (und in diesem Sinne nicht alarmierend) sind, wie z. B. Schlafstörungen; Neigung, immer wieder in Auseinandersetzungen zu geraten; Einsamkeitsgefühle, Angst, allein aus dem Hause zu gehen usw.
Stärker als die Tatsache des Missbrauchs allein wirken sich der Schweregrad der Handlungen aus, sowie die Strategie, mit der der Täter sich das Kind gefügig gemacht hat.
Diese Faktoren wirken sich auch auf sogenannte dissoziative Erfahrungen aus. Dies sind Erfahrungen, bei denen man sich selbst so wahrnimmt, als ob man jemand anderer wäre, als ob man neben sich selber stehen und sich beobachten würde, oder bei denen man sich selber im Spiegel nicht mehr erkennt und dergleichen mehr. Auch solche Erfahrungen sind für sich allein genommen noch kein Anzeichen für eine Krankheit. Vielmehr ist es wiederum das Mass, welches entscheidet. Um dissoziative Erfahrungen zu messen stand uns der DES-Test zur Verfügung. Es zeigte sich auch, dass es für den DES-Wert eine Rolle spielt, wer der Täter war.
Wenn Angst vor der Strafe der Grund war, warum das Kind diese Handlungen lange erduldet hat, dann besteht eine Folge in einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, dass das Kind oder die Frau sich selber Verletzungen zufügen wird.
Die Wahrscheinlichkeit für Suizid-Versuche steigt mit dem Schweregrad der Handlungen und in Abhängigkeit von Schuldgefühlen, die bestehen bleiben. Auch hier ist es von Belang, wer der Täter war.
In der gegenwärtig waltenden öffentlichen Diskussion über den sexuellen Kindsmissbrauch wird bisweilen der Eindruck erweckt, dieses Problem habe zahlenmässig in den letzten zehn Jahren zugenommen.
Meine Ergebnisse bestätigen diesen Eindruck nicht. Das lässt sich aus der folgenden graphischen Darstellung ersehen:

Hier noch die Antworten, die die befragten Frauen auf die folgende Frage gaben:
Es ist sicher schwer zu sagen, wie man sich nach so etwas fühlt. Wenn Sie jetzt mit Punkten zwischen 1 und 10 angeben müssten, wie schlimm das damals gewesen ist: Wieviele Punkte würden Sie dann für Ihr Empfinden damals geben, wenn 10 Punkte "sehr schlimm" bedeuten und 1 "überhaupt nicht schlimm"?

Einige links zu anderen Kindsmissbrauch-Seiten :
Die Seite vonDr.med.B.Herrmann, Kinderklinik Kassel, mit nützlichen, sachlichen Texten und vielen weiteren links.
Kreispolizeistelle Gütersloh mit einem laengeren Text (vom Mädchenhaus Bielefeld ?) und Literaturangaben.
(auch komplett auf unserer Seite! Anm. d Webmasters)
Die Seite von"Igel" Passau.
Links zu Seiten, die sich allgemein mit den Folgen von Gewalttaten befassen:
Das Manual, welches ursprünglich für jene geschrieben wurde, die mit den Frauen zu tun hatten, welche im BOSNIEN-Konflikt Opfer oder Zeugin von Gewalttaten wurden:
Es kann als Anleitung für jedermann dienen, der mit Menschen zu tun hat, die ein psychisches Trauma erfahren haben (und jetzt am sogenannten PTSD-Syndrom leiden).
E-Mail: J.Martin Niederberger, Schweiz