| aus: Extrablatt am Mittwoch (Hildesheim) vom 2. April 1998 |
| Kindermorde: Hildesheimer Mutter will die Massen mobilisieren Trauermarsch als Mahnung Alexandra Seggelke aus Hildesheim kann ihre Wut und ihre Verzweiflung über die Greueltaten an wehrlosen Kindern, wie sie in den vergangenen Tagen aus den Medien zu erfahren waren, kaum noch im Zaum halten. Jetzt reicht es, findet die 26jährige Mutter dreier Kinder. "Wir alle müssen etwas unternehmen, auf die Straße gehen und den Leuten, die zu so einer Tat fähig sind, zeigen, daß die Bevölkerung aufpaßt" Sie ärgert sich über die offensichtliche Tatenlosigkeit der Politiker im Lande und ruft nach härteren Strafen für Sexualmörder. Damit scheint die junge Mutter keineswegs allein zu stehen.
Für den 9. Mai hat Alexandra Seggelke außerdem eine Demonstration, eine Art Trauermarsch durch Hildesheim, angemeldet. Treffpunkt ist um 10 Uhr auf dem Hindenburgplatz. Die junge Mutter hofft auf Tausende Gleichgesinnter, die sich mit ihr solidarisieren. Auch hier findet sie Unterstützung auf breiter Front. So hat sich ein Baumarkt spontan bereiterklärt, Holz und Pappen zur Verfügung zu stellen, Druckereien wollen kostenlos Handzettel und Plakate drucken. Alexandra Seggelke mit ihrem Sohn Pascal. Die Hildesheimerin fordert nach den Gewalttaten an Markus Wachtel und Christina Nytsch härtere Strafen für Sexualtäter und möchte Menschen mobilisieren. Dazu hat sie einen Trauermarsch durch Hildesheim organisiert. |

| aus: Kehrwieder am Sonntag vom 5.4.1998 |
| Hildesheimerin startet Unterschriftenaktion: Daß Mißbrauch und Mord an Kindern zu den Randerscheinungen unserer Gesellschaft gehören, glaubt Alexandra Seggelke nicht mehr. Das haben die jüngsten Vorfälle in Strücklingen und Peine ihrer Meinung nach bewiesen. Immer wieder erschüttern Meldungen von vermißten oder ermordeten Kindern per Zeitung, Rundfunk oder TV. Die meisten Menschen sind bestürzt und traurig. Doch keiner unternimmt etwas. Das stört Alexandra Seggelke schon lange. Nicht erst seit dem Tod der kleinen Christina. In den letzten Tagen ist die Hildesheimerin auf die Straße gegangen, hat sich für die Sicherheit der Kinder stark gemacht. In nur drei Stunden hat die Mutter von drei Kindern in der Fußgängerzone über 450 Unterschriften gesammelt, ist für härtere Strafen für Sexualtäter und Mörder eingetreten. Mit ihren Forderungen nach lebenslänglichen Strafen und .Sicherheitsverwahrung steht sie nicht mehr allein da. Wenn wir nicht endlich etwas tun, machen auch wir uns schuldig", so Alexandra Seggelke, die verlangt, daß ein Wiederholungstäter keine neue Therapie erhält. Wie in den USA sollte öffentlich bekanntgemacht werden, wenn ein Sexualtäter in eine bestimmte Region zieht, meint die Initiatorin. Mit diesen Forderungen trifft sie den Nerv der Zeit getroffen zu haben, auch mit ihrem Wunsch, die Unterschriften persönlich an den Ministerpräsidenten Gerhard Schröder zu übergeben. In verschiedenen Geschäften liegen Unterschriftenlisten aus. Zwei andere Mütter haben sich spontan zur Mitarbeit entschieden. Die Bockenemer Taxizentrale will ihre Kunden ansprechen und ebenfalls Unterschriften sammeln. Am 9.Mai plant Alexandra Seggelke eine Trauerdemonstration durch Hildesheim. Vom Ordnungsamt der Stadt hat sie bereits eine Zusage. Auch Uwe Bendlage von Antenne Niedersachsen hat seine Unterstützung angeboten. Eine Woche vor der Demo soll die Aktion durchs Radio gehen, damit möglichst viele Bürger teilnehmen, den Forderungen Nachdruck verleihen. Um 10 Uhr treffen sich die Teilnehmer am PvH. Verschiedene Druckereien der Region drucken kostenlos Plakate und Handzettel. Doch Alexandra Seggelke kann noch mehr Unterstützung gebrauchen. So fehlen ihr für die Demonstration noch drei Ordner. Wer die Hildesheimerin in ihrem Kampf unterstützen möchte, kann sich unter Telefonnummer 05121/51 l4 37 melden. |

Wir unterstützen diesen Aufruf und fordern alle auf, sich an dem Marsch am 9. Mai zu beteiligen. Wir richten an dieser Stelle eine Internet-Unterschriftenliste ein! Also schickt eine eMail mit dem entsprechenden Hinweis und vollständiger Adresse (Name und Anschrift)! Kurz vor der Übergabe der Unterschriftenliste werden wir eine Diskette mit allen eingegangenen eMails an Alexandra Seggelke übergeben!
Der Trauermarsch ist gelaufen! Leider wurde die Veranstaltung durch rechtsradikale Chaoten gestört. Die Polizei bot jede Menge Personal auf, um Übergriffe und Zusammenstöße zu vermeiden.
Wir können nicht akzeptieren, das dieses Thema für "Wahlpropaganda" mißbraucht wird!
Wahrscheinlich wird ein neuer Termin angesetzt, wir werden darüber berichten...