Ständig kommen unsere Kinder mit Gewalt in Berührung!
Beim Fernsehen (selbst bei sogenannten Kinderfilmen -serien), in der Schule, in der Freizeit, im Elternhaus.
Heiko sieht leider sehr häufig Kinderfilme, dann ist er in einer "anderen Welt", und wir haben etwas Ruhe (Heiko ist sehr aktiv! -hyperaktiv?-). Wenn er nachmittags fernsieht, dann schläft er schlecht ein und träumt in der Nacht von diesen "Kinderfilmen". Er durchlebt das ganze nocheinmal. Er spricht im Schlaf, schwitzt, ist sehr unruhig im Schlaf.
Fernsehverbot, mit Heiko über die Kinderfilme sprechen, alles das bringt Heiko nicht von der "Glotze" weg. Dasselbe gilt übrigens bei Heiko auch für Computerspiele (Nintendo). Dann trifft er sich mit seinen Freunden, und spielt da Nintendo, oder dort schaut er in die "Glotze".
Selbst wenn wir gemeinsam leichte Gesellschaftsspiele spielen, wie "Mensch ärgere Dich nicht!" oder ähnliches, ist für Heiko Kampf dabei. Und wenn er dann manchmal an verlieren ist, ist er stinkesauer, ja wird manchmal sogar hysterisch und weint!
Wenn schönes Wetter ist, geht er viel draußen spielen, dann ist fernsehen und Nintendo spielen nicht so wichtig für ihn!
Oft genug gibt es dann draußen Reibereien mit anderen Kindern, die wir allerdings im allgemeinen für normal betrachten. Nur wenn er dann "verkloppt" wird, wird es ernst. Dann kommt er nach Hause und will das wir ihm helfen, d.h. ihn draußen beschützen. Das geht aber nicht in der Form, wie er es gerne hätte.
Wir können nur beobachten, wenn diese "Kloppereien" immer wieder mit denselben Kinder (meist Jungens) stattfinden, werden wir etwas unternehmen. Aber was?
Die Polizei einschalten, die lachen sich wahrscheinlich tot.....
Mit den Eltern reden? "Unser Kind tut so etwas nicht...!"
Ihn nicht mehr nach draußen lassen? Hilfe, und wir....
Also, was tun?

Vor einigen Wochen kam Heiko zu spät vom spielen nach Hause. Als ich in fragte weshalb, bekam ich zur Antwort: "Ein großer Junge hat mir mein Spielzeughandy weggenommen und es mir erst zurückgegeben, als ich ihm versprach, das ich ihm DM 5,00 gebe."
In den folgenden Tagen hatte Heiko massive Schlafstörungen, ging kaum noch raus. Dann mochte er auch nicht mehr in die Schule gehen.
Er hatte Angst vor dem Jungen, der ihm erpreßte.
Ich habe viel mit Heiko darüber gesprochen, so erzählte er mir auch wer der Junge sei (die beiden waren im gleichen Kindergarten, der große Junge im Hort). Mit den Eltern zu sprechen hat keinen Sinn, der Vater ist Alkoholiker und meist im Gefängnis, die Mutter ist mit ihren Kinder augenscheinlich überfordert!
Wir haben überlegt, ob wir Anzeige erstatten sollten. Aber die Kenntnis über das Elternhaus des Jungen hielt uns davon ab. Der Junge tat uns leid! Wir befürchteten, daß er ins Heim kommen würde. Aber Heiko dieser Angst, diesem Druck auf Dauer auszusetzen, kam auch nicht in Frage!
Dann habe ich mit dem Rektor, dem Klassenlehrer und mit der Hortfrau von Heiko gesprochen. Habe ihnen Heiko's Geschichte erzählt. An einem der nächsten Tage kam es dann zu einer Aussprache zwischen dem Jungen, Heiko und den Klassenlehrern. Dabei stellte sich heraus, daß das Ganze ein Mißverständnis war!
Blühende Phantasie oder Einflüsse durch das Fernsehen und andere Umfeldgegebenheiten?
Ignorieren in Zukunft? Nein, ganz bestimmt nicht, aber immer wieder mit Heiko über seine Erlebnisse sprechen! Wenn's dann doch ernst wird, handeln!