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Wozu Gefühle?

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Gedanken von Sigrid

Gedanken von Karl-Heinz

Meine Beziehung zu Gefühlen!

Welche Gefühle habe ich vermißt?

Zuwendung

Liebe

Verständnis

Zärtlichkeit

Freude, Spaß

Nähe

Vertrauen

Welche Gefühle waren zuviel?

Ekel

Nutzlosigkeit

Wut

Erniedrigung, Demütigung

Haß

Hoffnungslosigkeit

Einsamkeit

Angst

Sehnsucht

Enttäuschung

Neid

Aggressivität

Verzweiflung

Schmerz

Was empfinde ich heute?

Sehr oft kann ich meine Gefühle nicht einordnen. Ich empfinde oft Wut und Haß, was ich dann meistens gegen mich richte (leichte Auto-Aggression, Selbst-Niedermachen..). Ich fühle mich oft einsam, obwohl ich nicht einsam bin. Ich habe sehr oft Angst, mich frei zu äußern, weil ich Angst vor Kritik habe. Ich denke ständig, mich mag niemand. Ich habe nie akzeptiert, daß Heiko mich liebt. Ich fühle mich oft ungeachtet. Meine Gefühle fahren im Moment Berg und Tal.

Sigrid (LKH, Hildesheim 12.02.1998)

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Was sind Gefühle?von Karl-Heinz

Empfindungen, Emotionen, Stimmung, seelische Regung, Seele, Instinkt, innere Stimmung....!

Das Gegenteil ist dann also empfindunglos, emotionslos, stimmunslos, seelenlos, instinktlos...., also tot?

Wenn ich noch lebe, dann muß ich auch Gefühle haben, aber warum spüre ich sie nicht, oder will ich sie, die Gefühle, nicht spüren? Warum will ich sie nicht spüren, machen erlebte Gefühle mich verletzlich, angreifbar? Wovor habe ichAngst?Angst,Angstist doch ein Gefühl! Sogar eines der mächtigsten, denn dieAngstlähmt mich, fesselt mich, beeinflußt meine Entscheidungen! DieAngstüberwinden, aber wie denn, dieAngstlähmt mich doch!

Irgendwie muß ich den Teufelskreis durchbrechen, einmal nur meineAngstüberwinden, ein kleines Erfolgserlebnis haben, den Ausstoß von Hormonen spüren, Glückshormone! Glückshormone,Glück, spüren, also wirklich nicht tot?!

PrämieUnd dann ist da doch wieder dieAngst, was ist wenn es beim nächsten Mal mit der Überwindung derAngstnicht klappt? Wenn ich lerne damit umzugehen, dann hat dieAngstnicht mehr dieMachtüber mich? IstMachtnicht auch ein Gefühl? Warum lasse ich zu, das dieAngst Machtüber mich hat?

Kann man Gefühle lernen oder verlernen?

Ich werde es versuchen, dieAngstzu überwinden, erstmal mit kleineren Dingen, um ein Gefühl! dafür zu bekommen. Schon wieder Gefühle!

Mir wurde als kleiner Junge immer gesagt: " Freu´ Dich nicht zu früh, sonst bekommst Du noch ´was auf den Deckel!" Oder: "Paß auf, das Du nicht überfahren wirst, nicht vom Baum fällst, Dich nicht verletzt!" Also habAngstvor den Dingen des Lebens! Und ich war fast immer ein gehorsamer kleiner Junge! Und heute? Habe ichAngst, auchAngstvorGlück, es könnte ja vergehen! DasGlückoder dieAngst?

Bescheuert! Wenn ich keineAngstmehr habe, kommt dasGlückvon allein! Oder?

Welche Gefühle gibt es und was bedeuten sie?

Als ich vor über einem Jahr damit anfing, mich mit mir und meinen Gefühlen zu beschäftigen,Glück.gifmußte ich erstaunt feststellen, das ich kaum Gefühle kannte, weder dem Wort und Sinn nach, als auch in meinen Empfindungen. Nach tagelangen Überlegungen und Gesprächen mit meinen damaligen MitpatientenInnen, wurde meine Liste länger und länger. Ich war sehr überrascht, aber auch bestürzt, das es so viele Gefühle geben sollte, wovon ich die meisten gefühlsmäßig nicht kannte, wohl hatte ich die Worte schon mal gehört, aber die hatten für mich damals keinen Sinn.Überraschung,Bestürzung- das sind doch auch Gefühle!

Als 1991 meine Mutter starb, habe ich bei der Beerdigung und am Grab geweint! War dasTrauer? Als ich wieder in Hildesheim war, ging das Leben irgendwie weiter und das war´s. Sicher ich denke noch ab und zu an meine Mutter, aber habe ich um sie getrauert? Wie geht das, trauern?

Wenn ich sehe, wie andere sich freuen (z.B. Heiko, unser Sohn zu Weihnachten, oder Geburtstag, wenn´s die Geschenke gibt), muß ich weinen, meistens wende ich mich dann peinlich ab (ausAngst, jemand könnte mich auslachen, ein Mann der weint!), damit meine Tränen bloß niemand mitbekommt. Dabei istPein,Leiddoch auch ein Gefühl!

In den letzten zwei Jahren, habe ich häufiger geweint, während meiner stationären Therapiezeiten. In den Gruppen, konnte ich es noch nicht einmal verheimlichen! Merkwürdigerweise hat mich diese Situation nach einigen, vielen Sitzungen nicht mehr gestört, ja meistens war ich nach den Sitzungen, sogar erleichtert!Erleichterung, noch ein Gefühl!

Während ich dies hier schreibe, überfällt mich der Gedanke, was Du wohl über meine Ausführungen denken wirst! Ein ungutes Gefühl macht sich bei mir breit,Angst? verlacht zu werden? Mittlerweile stört mich das nicht mehr so sehr, laut denken darf ich, auch hier!

Angst, Glück, Leid, Macht, Erleichterung, Überraschung und Trauer habe ich heute angesprochen. Die Angst kam am häufigsten vor, andere Gefühle habe ich nur "gestreift".

Einsamkeit

Wieso bin icheinsam? Ich habe meine Familie, einige, wenige Bekannte, Freunde leider nicht. Ich habe das Internet, kann chatten, eMails austauschen, ich habe meine Hobbies...! Weshalb also bin icheinsam?

Ich habe sehr lange gebraucht, herauszubekommen, warum icheinsambin/war und warum ich eine so großeAngstvor demAlleinseinhabe.

Früher habe ich es nicht zugelassen, daß irgend jemand merkt, wie es mir geht. Ich war immer der starke Junge. dann der starke Jugendliche und später der starke Ehemann, ein Mensch also, der alle seine Probleme und Schwierigkeiten selbst löst. So habe ich mich immer als "Übermenschen" dargestellt, der ich natürlich nie war, aber das habe nicht einmal ich bemerkt - damals. Mit solchen "Übermenschen" will dann auch niemand etwas zu tun haben, wer umgibt sich schon mit Menschen die über ihm stehen? Niemand freiwillig! So begann meineEinsamkeit, ich wurde von vielen als arrogant beschrieben, was ich selbstverständlich weit von mich wies, aber so wirken wohl "Übermenschen".

Diese "Übermenschlichkeit"
"Übermenschlich": Dieses Wort ist aus zwei Teilen zusammengesetzt, aus der Vorsilbe "Über" und dem Adjektiv "menschlich". Menschlich - war Zeit meines Lebens immer meine Devise, ich habe immer gerne und oft, allen Menschen in meiner Umgebung versucht zu helfen, zu unterstützen. Dadurch habe ich meine Einsamkeit überspielt! Wie kann ich denn einsam sein, wenn viele Menschen meine Hilfe und Unterstützung annehmen und deshalb auch meine Nähe suchen? Aber so nahe habe ich niemanden an mich herangelassen, ich wollte helfen, ich wollte (mußte?) der Starke sein, nicht die Anderen. Sicher auch ein Versuch Anerkennung zu bekommen.
"Leicht finden wir Freunde, die uns helfen;
schwer verdienen wir uns jene,
die unsere Hilfe brauchen."

Antoine de Saint-Exupéry

Ich denke, ich habe meine Menschlichkeitübertrieben! Aus lauter Eifer, habe ich mich selbst vergessen, bin nach und nach immer einsamer geworden.

ist sicher begründet in der Erziehung meiner Generation (Geboren 1955), insbesondere natürlich durch meine Eltern. Beide waren Kriegskinder, deren Parole hieß: Ärmel hoch und durch..., uns haut nichts um, wir haben den Krieg überlebt, was soll uns jetzt noch passieren? Diese Parole - dieses Erziehungsmuster wirkt bei mir bis heute, bei anderen meiner Generation sicher auch, schaut 'mal genau hin!

Dieses Erziehungsmuster aufzuweichen, abzulegen, fällt mir schwer, zeitweilig gelingt es mir ganz gut. Entscheidend ist für mich dabei immer, wem gegenüber kann ich zugeben, mit der einen oder anderen Situation nicht klarzukommen. ohne als "Versager" dazustehen, zu wem habe ichVertrauen? Ich bin nämlich kein "Übermensch".

Warum habe ich zu sowenig MenschenVertrauen, was ist mir passiert, das ich niemandenvertraue?Vertrauenverschenke ich, ich kann es nicht wieder zurücknehmen, auch nicht, wenn ichenttäuscht/getäuscht werde! Ist es deshalb? Bin ich zu oftenttäuscht/getäuscht worden? Wahrscheinlich! Wahrscheinlich habe ich den falschen Menschen meinVertrauengeschenkt, oder diese Menschen wollten meinVertrauennicht, nicht mal geschenkt! Ich binunsicher geworden, wem ichvertrauenkann, und darum bin icheinsam, weil ich nichtvertrauenkann undAngst (da ist sie wieder, dieAngst) habe wiederenttäuschtzu werden!

Wieder einmal muß ich feststellen, daß die Angstmein Leben beherrscht. Trotzdem will ich wissen warum, trotz derAngst, es herauszubekommen!

Ich will mich nicht länger von meinen verschiedenenÄngstenbeherrschen lassen!

Mal sehen, was mir an einem der nächsten Tage zum Thema Gefühle einfällt.....

Wie stehst Du zu Deinen Gefühlen? Über Deine Reaktion würde ich mich freuen.....

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© by skhl-Hildesheim 1998

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