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Reaktion auf Sigrid's Geschichte

Folgeseiten:

Sigrid's Lebensgeschichte 1.Teil

Sigrid's Mißbrauch 1.Teil

Reaktionen auf den Mißbrauch

Sigrid's Mißbrauch 2.Teil

Briefe an meine Mutter

mein Alkoholproblem

Der Prozeßablauf

Wenn ein Strafverfahren eingeleitet wird...

"Kleinigkeiten" bei der Vernehmung!

Auszüge aus dem StGB...

eMail von Carsten Schlegel vom 19.03.1998

Ich bin einverstanden das diese Mail auf Eurer Homepage veröffentlicht. Ich will/brauche mich nicht verstecken, auch um Sigrid zu zeigen, das sie es auch nicht muß/braucht.

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>Wie ich mich fühle und was der Mißbrauch für Schaden verursacht hat!

>Ich bin in einer Familie aufgewachsen, wo es keine Harmonie gab.
>Mein Vater war ständig auf Montage, meine Mutter hat ein Kind nach
>dem nächsten geboren, sie war total überfordert. Es gab zuhause
>nur Heimlichkeiten und Lügereien.

In meiner Familie war dies nicht der Fall. Bin sehr froh, das es nicht so ist. Aber noch schöner wäre es, wenn es nirgend wo so wäre.

>So sehe ich das Heute!
>Ich suche in meinem Kopf immer noch den Anfang des Mißbrauchs
>und ich denke auch oft, ich habe den Mistkerl provoziert. Und gebe
>mir selber die Schuld an Allem!

Du kannst keine Schuld haben. Eine Antwort, einen Grund wirst Du wahrscheinlich nie finden. Aber wenn Du Dir die Schuld dafür gibst, dann kannst Du sie auch gleich Deinem Mann oder Deinem Kind geben. Und die haben absolut keine Schuld, und das weißt Du auch. Sie wissen, das Du keine Schuld hast. Deine Bekannte und Verwandte wissen es, ich weiß es. Du mußt es auch noch wissen.

>Ich bringe den Mißbrauch immer wieder mit viel Schnee in Verbindung, ich
>denke der Mißbrauch hat im Februar begonnen, damals war ich 7 oder 8
>Jahre! Der Horrortrip endete mit etwa 12 oder 13 Jahren! Er (der Mistkerl)
>hat mich im Wald oder im Feld mißbraucht.

Das ich Beileid empfinge sollte klar sein. Aber Beileid bringt Dir sicherlich nicht viel. Dein Leben hat in sehr jungen Jahren eine Wende eingeschlagen. Eine Einbahnstraße ist es aber nicht. Es ist einfach zu sagen "Fange neu an". Dies zu tun ist absolut nicht einfach. Neu anfangen kann man sehr schlecht. Ich kann mir vorstellen (vielleicht nicht ganz, aber wenigstens ein wenig) wie Du Dich fühlst. Man sagt auch immer "das Leben geht weiter", aber in den Zeiten, in denen der Mistkerl Dich mißbraucht hat, war es kein Leben. Die Zeit ist vorbei, in Deinem Bauch wuchs Leben, das Leben sieht sich an und zeigt Dir das es Dich liebt. Dieses Leben ist Dein Sohn. Er hatte sicherlich noch keine Situationen, wo man sagen könne "dies ist kein Leben". Ich hoffe, er hat von Anfang bis zum Ende eine schönes Leben.

An dem Tag an dem Heiko geboren wurde, warst Du sicherlich auch die glücklichste Frau der Welt. Wenn Dich die Erinnerungen an Deine schlimmen Zeiten kommen, erinnere Dich an die schönen Zeiten (die Geburt, Urlaub mit Deiner Familie, das erste Wort Deines Sohnes,...).

>Es fällt mir nicht leicht darüber zu schreiben oder nachzudenken.

Das ist sicherlich nicht einfach, aber sicherlich ein guter Schritt. Habe sehr viel Respekt vor Deinem Entschluß, Deine Erfahrung und Deine Geschichte der ganzen Welt mitzuteilen.

>mich geekelt und mich immer schmutzig gefühlt. Ich habe manchmal eine
>Stunde oder länger geduscht und habe mich dabei abgebrüht, um rein

Schmutzig bist Du sicherlich nicht. Wenn sich jemand an einem anderen (vor allen einem Kind) vergeht, dann ist NUR dieses Arschloch schmutzig!

>und sauber zu sein. Ich habe gelogen, ich habe meiner Mutter Geld aus
>dem Portemonai gestohlen.

Jetzt lügst Du nicht. Wenn einem die Eltern etwas erklären, dann kann man damit umgehen (z.B. sexuelle Aufklärung). Niemals hat Dir jemand erklärt was eine Mißhandlung ist. Wie solltest Du wissen, wie man damit umgeht? Das Du Deiner Mutter Geld aus dem Portemonai gestohlen hast ist absolut nichts im Vergleich was dieser Mistkerl mit Dir gemacht hat. Ein neues Portemonai kann man überall kaufen. Dein Leben, Deine Erfahrung, die schönen Träume die Du deshalb nicht hattest...
Die kann man niemals irgendwo kaufen!

>Vor meinem Vater habe und hatte ich immer Todesangst! Es hieß
>früher, ich war das Lieblingskind von ihm, ich bin an fünfter Stelle
>geboren, die älteren Geschwister sind alles Jungs, meine Schwester
>und mein Bruder folgten noch. Als er merkte, das ich mich veränderte
>und auch jähzornig wurde, hat er mich als Prügel(knaben)mädchen
>genommen.

Wußte er den Grund?

>An meine Kindheit habe ich keine Erinnerung, die Erinnerung
>beginnt mit meinem Horrortrip, dem Mißbrauch!

Dies sind die Erinnerungen die Dir niemand mehr nehmen kann. Was sind Bilder von damals, wenn Du immer nur ein Bild vor Dir hast, das Bild von dem Mistkerl ,wie er Dich böse ansah und Dich mißbrauchte.

>Scheiße, ich habe ANGST!

Ich habe auch Angst. Nicht vor Dem was passiert ist, sondern von Dem was passiert. Wenn ich sehe wie Kinder mißhandelt werden. Wenn man wieder eine Kinderleiche gefunden hat. Nun ist in der Nähe von Oldenburg wieder ein Kind verschwunden. In Oldenburg wohnt mein Halbbruder & Schwägerin und dessen Kinder (Neffe 13, Neffe 2 1/2, Nichte 1 1/2). Ich würde am liebsten rund um die Uhr in ihrer Nähe sein..., bis sie dieses Dreckschwein gefunden haben.

>Bin ich wirklich selbst schuld? Vielleicht wollte ich nur Zuneigung, die ich zuhause nicht bekam?

NEIN - Es gab nur nur einen Menschen, der etwas mit der Mißhandlung zu tun hatte.... Dieser Mistkern ist kein Mensch, jedes Tier ist besser. Und dieses Etwas was der Mistkerl ist, ist der einzigste der Schuld hat.

Zuneigung! Meine Neffen und meine Nichte wollen auch Zuneigung. Mein älterer Neffe war letztes Jahr (damals 12) Ostern bei uns (Oma, sein anderer Onkel und ich) zu Besuch. Ich wußte, das ich mich sehr gut mit ihm verstand, ich freute mich sehr auf seinen Besuch. Er bekommt zwar Zuhause auch Zuneigung und Liebe. Aber seit dem seine 2 Geschwister geboren wurden muß er ein wenig zurückstecken. Babys brauchen mehr Liebe und Zuneigung. Liebe und Zuneigung die er damals auch bekommen hatte, die ich ihm aber nicht geben konnte, da ich ihn erst kannte, als er 6 war. Damals war ich für ihn mehr ein Bruder (mit Onkel wußte er nichts an zu fangen).

Auf jeden Fall bemerkte ich das er Zuneigung wollte. Wir schauten gemeinsam Video und er ließ seinen Kopf nach hinten fallen (so als wäre er Müde). Als ich ihn darauf ansprach ob er Müde sei, lehnte er sich an mich an und meinte "Ne, so ists ok". Für mich war dies natürlich auch schön.

Haben wir ein paar Tage später wieder Video gesehen, dauerte es nur wenige Sekunden... Müdigkeit vorteuschen... Mich ansehen... anlehen. Mit ein paar Zeichen signalisierte er mir, wie gern er mich hat. Nach kurzer Zeit saß er angeleht an mich auf der Couch. Ich hielt seine Hand. Es hört sich vielleicht komisch an "Onkel hält die Hand seines Neffens". Aber wenn er seine Finger spreizt um mir zu zeigen, das ich seine Hand halten soll (wenn er sich mal kratzte, spreizte er sofort wieder seine Finger. Wenn ich meine Finger spreizte, hielt er sofort meine).

Ihr hätte niemals einfach so seine Hand gehalten. Wenn er den Anschein gemacht hätte "hey, ich möchte das nicht". Dann würde ich dies absolut Akzeptieren. Ich sagte ihm, das ich ihn (und seine Geschwister) lieb habe. Und ich merkte, das er mich auch sehr gern (wenn nicht so gar lieb) hat.

Am letzten Tag, meinte er: "Ich möchte Dir mal zeigen, wie mein Opa mich in die Arme nimmt" und nahm mich aus ganzen Herzen in die Arme. Er wollte mir nicht zeigen, wie sein Opa ihn in die Arme nimmt, er wollte mich einfach in die Arme nehmen.

Jeder möchte Zuneigung, Du, Dein Sohn, meine Neffen/Nichte... Jeder! Wenn man jemanden in die Arme nimmt, seine Hand hält, dann ist dies Zuneigung. Wenn man etwas tut, das der andere auch tun würde, dann ist dies Zuneigung. Das was dieser Mistkerl mit Dir machte, ist keine Zuneigung und unentschultbar.

Ich habe bis jetzt auch noch niemald erzählt was damals mit meinem Neffen war (als wir Video gesehen haben). Ich würde jedem Menschen sagen, das ich ihn Liebe. Aber wenn man heute sagt

"Ich liebe Kinder" dann denken die einen "der Mensch ist ok" und andere "diese Drecksau". Wenn ich erzähle das ich die Hand meines Neffen gehalten habe, dann weiß keiner außer mir und meinem Neffen, wie es war. Ich würde niemals mit meinem Neffen oder meiner Nichte irgenDeine Art von Sex haben wollen. Ich würde niemals etwas tun, was mein Neffe, meine Nichte oder sonnst irgend ein Kind nicht will.

Wenn ich meinem Neffen heute die Hand gebe (zur Begrüßung), dann merke ich, das er sie am liebsten nicht los lassen möchte. Auch beim Blickkontakt, seine Augen bleiben immer in meiner Richtung stecken. Sieht er beim Fernsehen (bei ihm Zuhause) von Fernsehen weg (z.B. zu seinen Eltern) dann bleibt sein Blick ein paar Sekunden bei mir hängen. Sowas sehe und erkenne ich sofort und ich gebe die gleichen Zeichen.

Wir sind nicht wie zwei verliebte. Wir sind einfach nur Neffe und Onkel die viel für einander empfinden. Das ist sicherlich nicht falsch.

Dieser Mistkerl hat auch viel für Dich empfunden. Es war keine Liebe, es war keine Zuneigung. Es war mehr wie die Freude auf ein neues Auto oder einen Computer. Etwas das man benutzen kann.

Wenn ich lese, was Du schreibst, dann bin ich sehr bedrückt. Erstens weil ich sehe was Du durch gemacht hast, zweitens, weil ich sehe was Du jetzt durch machst, drittens, weil ich weiß das es noch andere Menschen gibt, die so etwas erlebt haben und viertens, weil ich weiß, das es noch heute Kinder gibt, die vielleicht genau jetzt so etwas durchmachen. So etwas stimmt mich sehr traurig und macht mich wütend.

>Der Scheißkerl hat mich immer an der Schule abgefangen. Wenn er mich
>mißbraucht hatte, dann hat er mir immer genau erklärt, wie er mich
>umbringen würde, wenn ich etwas erzähle. Ich muß mich heute noch

Wärend er Dich mißbrauchte, wolltest Du sicherlich nicht mehr leben. Dies hört man von vielen, die das gleiche oder ähnliches durchgemacht haben. Danach hat man aber Angst, er bringt einen um. Man getraut sich nicht mit jemandem darüber zu reden. Mein Neffe hat vor kurzem auch eine kleine Dummheit gemacht. Ich möchte Dir jetzt nicht erzählen was (denn wer es erfährt, das möchte ich nicht alleine entscheiden. Denn das ist nicht nur meine Sache, auch die meines Neffen). Er beichtete es zu erst seinen Eltern (absolut ok), danach meine Mutter (also seiner Oma) und dann erst mir. Obwohl meine Mutter damit nichts zu tun hatte, mußte ich anhand ihrer Reaktion am Telefon erkennen, was passiert ist. Es ist schade das er es mir nicht gleich (2 Tage vorher haben wir schonmal telefoniert) erzählt hat. Ich bin ihm sicherlich nicht böse. Ich liebe ihn noch genau so wie vorher. Aber wenn er dieses Jahr (Sommer) zu Besuch kommt, werde ich ihm sagen und zeigen, das er mit mir über alles reden könne. Vertrauen ist bei mir groß geschrieben. Er soll wissen, das egal was er getan hat, mir die Wahrheit und die Gewißheit "er hat keine Angst mir dies zu erzählen, er vertraut mir" wichtiger ist.

Wenn er all meine Computer kaput machen würde und es mir beichten würde. Dann weiß ich, das ich sein volles Vertrauen habe. Die Computer habe ich dann vergessen. Denn ich habe einen lieben Neffen. Ich denke, er wird dann später gleich mit mir über Dinge reden, die er heute noch für sich behalten würde. Unser Verhältnis ist sehr gut. Ich bin für ihn sicherlich mehr Freund als Onkel. Sein Onkel bin ich seit 24 Jahren, auch wenn ich es erst seit 7 Jahren weiß. Sein Freund bin ich aber erst seit dem wir Freunde geworden sind. Die Freundschaft sucht man sich aus, und ich habe ihn als meinen Freund und er mich als seinen ausgesucht.

Ich hoffe, wenn er wird niemals so etwas wie Du es erlebt hast erleben. Aber wenn (oh Gott, bitte laß es niemals geschehen), dann hoffe ich, er erzählt es mir (oder jemand anderem, den er vertraut) sofort. Wenn es sein muß weiche ich ihm, um ihn zu schützen, ncht von der Seite.

>übergeben, wenn ich daran denke, was der Mistkerl mit mir gemacht
>hat. Er hat meinen Bruder dafür bezahlt, das er (mein Bruder) mich
>mißbrauchen darf und er zusehen kann. Was er mit meinem Bruder

Bin ein wenig irritiert. Bedeutet dies, Dein Bruder hat Dich mißbraucht und der Mistkerl hat zugesehen?

JA!!! (Anmerkung: Sigrid)

Wie alt war Dein Bruder damals?

Zwei Jahre älter als ich!!! (Anmerkung: Sigrid)

>gemacht hat, weiß ich nicht. Mein Bruder ist heute heroinabhängig!
>Auch daran gebe ich mir die Schuld, wenn ich nicht geboren worden
>wäre, wäre das alles anders.

Hast Du mit Deinem Bruder darüber geredet? Er macht sich sicherlich Vorwürfe. Wenn er stirbst, dann ist es für Dich nicht besser, wenn Du nie mit ihm geredet hast. Wenn Du stirbst, kannst Du sicher sein, das Dein Bruder sich das niemals verzeihen wird.

Rede mit ihm! Bevor es zu spät ist.
-
Ich kann auch mit meinen Neffen schöne Zeiten verbringen. Ich kann mit ihm Toben, Spielen, Lachen. Ich kann aber auch mit ihm weinen.
-
Weine zusammen mit Deinem Bruder.

Gebe Dir nicht die Schuld. Wäre der Mistkerl nicht geboren worden, dann wäre alles ganz anders. Deine Eltern waren sicherlich sehr glücklich an dem Tage Deiner Geburt. Deine Eltern hätten dieses Glück nie erlebt, wenn Du nicht geboren wärst.

>Das ich mißbraucht wurde, haben andere Männer mitbekommen, die haben
>mich dann auch mißbraucht.

Ich weiß jetzt nicht, wie man genau mit mißhandelten Frauen, Männer, Kindern umgehen sollte. Mit zu machen ist auf jeden Fall genauso schlimm wie das verheimlichen, verschweigen der Tat oder der Taten. Das weg sehen ist etwas was ich niemals verzeihen würde. Würde der Nachbar meines Neffen weg sehen wenn mein Neffe mißhandelt würde (ich würde dafür sterben um zu Verhinden das dies jemand passieren würde), dann wäre dies auch ein Mistkerl.

>Ich empfinde für fast alle Männer Haß.

Das kann ich gut verstehen. Haß lieber fast alle Männer als Dich selbst. Aber Hasse niemals jemanden, den Du nicht kennst. Gehe nicht durch eine Fußgängerzone und denke "Ich hasse euch alle". Damals hätte ein Mensch, der Dich liebt, der Dir zeigt "Vertraue mir, denn ich vertraue dir" vielleicht gereicht, um der Sache ein Ende zu machen. Dieser Mensch kam dann...

>Also habe ich zwanzig Jahre geschwiegen!

Zwanzig Jahr später. Ich bin mir sicher, das Dein Ehemann sehr viel damit zu tun hat, das Du Dein Schweigen geborchen hast.

>Ich habe mein Leben so eingerichtet, daß es keiner merkt, was mit
>mir los ist. Ich habe immer gedacht, ich bin die Einzige auf der
>Welt, der so etwas passiert ist!

Wenn ich nun schreibe "Leider nicht". Dann würde ich damit ja zeigen, das ich froh bin, das Du die Einzigste warst. Gleichzeitig würde ich zeigen, das ich froh wäre, wenn es so etwas nicht mehr geben würde.

Doch das stimmt nicht ganz. Ich wäre froh, wenn es so etwas nie gegeben hätte (auch bei Dir nicht) und wenn es so etwas niemals geben würde. Denn wenn Du die Einzigste wärst, dann wäre dies ein Mensch zuviel, der dies durchmachen musste.

>Das ich so gut mit Karl-Heinz (meinem Ehemann) auskomme, liegt an
>seinem Verständnis und seiner Zärtlichkeit. Wir hatten auch immer
>wieder Probleme, wir konnten unseren Sex nicht genießen und
>ausleben, wir haben zuwenig miteinander gesprochen.

Aber Du bist sicherlich froh ihn zu haben. Mitleid alleine bringt nicht viel. Ich kann nicht nur sagen "Es tut mir so leid, was Du durchmachen mußtest". Es muß mehr sein. Er gab Dir die Zuneigung...

Echte Zuneigung.

>Bis wir Therapie gemacht haben. Karl-Heinz insgesamt 12 Monate
>stationär und ich 6 Monate stationär, jetzt bin ich wieder in einer Klinik
>(seit einer Woche) und mache Psychotherapie. Ich hoffe, daß die
>Therapie mir so viel Kraft gibt, daß ich den Mistkerl endlich zur
>Rechenschaft ziehen kann. also ANZEIGE! Karl-Heinz steht mir bei

... solltest Du auf jeden Fall tun. Was würdest Du tun, wenn Du in 20 Jahren erfährst, er hat auch Deinen Sohn mißbraucht?

Solche Leute sollten doch sofort von der Gesellschaft für immer und ewig ausgestosen werden. Vielleicht hat er eine Nichte oder eine Enkelin, dessen Eltern volles Vertrauen zu ihm haben. Diese Kinder getrauen sich dann auch nicht zu erzählen was er macht. Sie brauchen hilfe. Du hast nun die Möglichkeit diesen Kinder (ich hoffe es ist nicht der Fall, und er läßt alle Menschen in Ruhe) nun zu helfen. Auch wenn die Öffentlichkeit davon erfährt, dann ist das Vertrauen, was andere Eltern in ihn haben, vorbei. Die Kinder haben Ihre Ruhe und bekommen eine Chance, darüber zu reden. Sie müssen dann nicht den Anfang machen, das ist auch das, was Dir sicher am schwierigsten gefallen ist, oder?

>und unterstützt mich, ich weiß, daß das ein langer, harter Weg wird, aber
>zusammen werden wir das durchstehen.

Auf jeden Fall. Du, Dein Ehemann und Dein Sohn. Sie werden Dich Dir Kraft geben.

>Andere Probleme habe ich auch noch. Ich kann nicht zuhören, ich hab
>eine Lernschwäche, ich will immer die Starke sein, ich verziehe mich in mein

Du bist sicherlich Stark. Andere Menschen haben sich deswegen schon umgebracht. Du hast sicherlich auch schon darüber nach gedacht. Aber Dein Sohn braucht seine Mutter. Wenn Du Dich umbringen würdest, dann würdest Du (ungewollt) Deiner Familie weh tun. Damit hätte der Mistkerl noch mehr erreicht. Vorallem ist der einzigste Mensch, der ihm etwas antun (wenn man dies so nennen kann) kann nun nicht mehr da.
Du warst für diesen Mistkern nur ein Objekt das er benutzte. Wenn ich etwas nutze (z.B. einen Computer, ein Auto...) und es funktioniert nicht mehr, dann schmeiße ich es weg.
Dein Leben funktioniert noch, ein Teil davon sieht sich mit freuden in die Augen und sagt "ich liebe Dich". Dein Sohn ist ein Teil Deines Lebens. Die Kinder Deines Sohnes werden auch ein Teil Deines Lebens sein. Daher solltest Du Dein Leben niemals auf geben und wegschmeisen.

Behalte es so lange wie möglich.

"Bis das der Tod Euch scheidet" und nicht die Erinnerungen an diesen Mistkerl.

>Schneckenhaus, ich habe oft keine Lust zu leben, ich zweifle an mir, ich
>brauche besondere Zuwendung, ich fühle mich ungeliebt, tauge nichts.

Du erziehst Deinen Sohn. Schon Göthe sagte: "Erziehung ist das Einfachste von der Welt ... mit erzogenen Eltern"

Elternteile die eine schöne Kindheit hatten, haben es leicht in der Erziehung. Du hast es sicherlich schwerer. Aber Du schafst es. Dein Sohn gibt Dir besondere Zuwendung, er liebt Dich.

Es gibt keine tauge nichts, jeder Mensch hat seine Gute und seine schlechten Seiten. Wenn Du jetzt Deine Guten suchst, dann setzte Dich einfach mal eine ganze Nacht an das Bett Deines Sohnes. Wenn Du Deine schlechte Seiten suchst, dann glaubst Du sicher das die Punkte, die Du genannt hast, schlechte Seiten wären. Aber es gibt leute die auch auf Sauberkeit stehen. Ein Staubkorn ist in ihren Augen ein Weltuntergang. Diese Menschen haben nicht alle das erlebt was Du erleben mußtest.

Wenn Du, Deine Familie, Deine Freunde wählen könnten:

- Deine Angewohnheiten oder

- Deine Mißhandlung

dann würden wohl alle Deine Angewohnheiten wählen. Du siehst, so schlecht sind sie nicht.

>denke dauernd, das mir jemand über die Schulter schaut, auch wenn keiner
>da ist, ich mache mich verrückt wegen irgendwelcher Krankheiten. Ich habe
>Angst, wenn ich schlecht von meinem Vater spreche, obwohl er mich nie
>gut behandelt hat und er nicht weiß, wo ich jetzt lebe. Ich habe Angst, wenn

Man kann nicht jemand, den man gern hat immer in Schutz nehmen. Wenn Dein Vater Fehler machte, dann muß er mit seinem Gewissen fertig werden. Bis jetzt weiß ich noch nicht, was Dein Vater gemacht hat. Er nutzte Dich als Prügel(knaben)mädchen. Aber Vielleicht war dies auch nur eine Reaktion "warum, erzählst Sie mir nicht, welche Probleme sie hat". Er wollte vielleicht nur helfen (immerhin meintest Du, Du seist sein Lieblingskind gewesen).

Wenn man auf einem Teppich einen Flecken hat, dann möchte man ihn wegwischen. Meistens macht man den Fleck damit nur größer. Vielleicht geht er nie mehr raus. Aber er erinnert einen immer wieder an den Fehler in verwischt zu haben. Dein Vater wird sich auch an seine Taten erinnern. An Deine Geburt und was nun ist.

>ich telefonieren soll, ich frage beim Einkaufen, wie ein kleines Kind, ob ich mir
>dies oder das kaufen darf. Ich putze und wienere die ganze Wohnung, obwohl
>sie sauber ist.

Der Typ hat nie gefragt, ob er das mit Dir machen darf. Wenn der Körper sich an den Geist richten würde, wärest Du heute vielleicht noch ein kleines Mädchen mit 9 oder 10 Jahren. Du fühlst Dich vielleicht oft noch klein und hilflos. Aber klein und hilflos sind Dein Sohn und andere Kinder. Klein und hilflos war sogar mal der Mistkerl als er ein kleiner Junge war. Wir sind und waren alle mal klein und hilflos. Für viele Menschen ist etwas, das nicht normal ist automatisch schlecht.

Für mich nicht. Ich sehe in Dir (aus dem, was ich aus Deiner Geschichte lesen kann) einen Menschen. Einfach nur ein Mensch, ein Mensch der nicht mehr und nicht weniger Mensch ist, als andere Menschen. Und wie oben bereits geschrieben, der Mistkerl ist kein Mensch!

>Ich trinke sehr viel Alkohol(Bier), um meine Probleme zu ertränken, wenn
>ich betrunken bin, sind meine Schuldgefühle weg! Aber am nächten Morgen
>sind sie umso schlimmer da! Also ist das auch keine Lösung!

Denke mal daran "Du bist betrunken und stark angetrunken Zuhause". Deinem Sohn passiert etwas und Du bist nicht in der Lage ihm zu helfen. Alkohol ist nie eine Lösung. Trinke lieber mit Deinem Sohn ein Glas Cola und lache (oder weine) mit ihm zusammen. Dann wirst Du Deine Probleme sicherlich auch (für kurze Zeit) vergessen. Aber dafür sind sie am nächsten Tag nicht noch größer, dann Du hast eine schöne Erinnerung. Und das lachen eines Kinder ist anders, schöner als das Lachen eines Erwachsenen. Wenn Dein Kind mal ein Mann ist, dann gibt es dieses Lachen nicht mehr. Du konntest als Kind sicherlich nicht viel lachen, verpasse nicht das Lachen Deines Sohnes!

>Ich kann nicht lesen, das heißt nicht, das ich ein Analphabet bin, sondern
>ich bekomme das was ich lese, nicht in meinen Kopf, ich kann mich nur
>schwer konzentrieren, ich habe keine Geduld, ich akzeptiere mich nicht
> selbst!

Ein Buch, eine Zeitung... Das ist nichts besonders. Wenn Du Dich nicht akzeptierst, dann lese doch einfach mal Deinen Namen. Immer wieder. Oder den Namen Deines Mannes, Deines Sohnes. Akzeptiere euch, dann akzeptierst Du auch Dich.

>Ein Spruch von meinem Mann: Wer sich nicht selber liebt, kann auch
>nicht geliebt werden.

... auf jeden Fall. Es geht bei Dir nicht um das Aussehen. Eine Miss "sonstwas" steht vor dem Spiegel und sieht ihre erste Falte. Sie hört auf sich schön zu finden. Ihre Karriere ist dann ruckzuck vorbei, obwohl niemand irgendwann diese eine Falle auf einem Bild gesehen hätte.

Stelle Dich einfach mal vor den Spiegel, zähle die Falten und liebe sie. Du mußt Deine Vergangenheit nicht lieben, aber die Gegenwart und die Zukunft brauchen Deine Liebe.

>Ich fühle mich einfach schlecht und ich möchte einfach weglaufen, aber
>ist das die Lösung?

Klar, wenn Du Deiner Familie weh tun willst. Das willst Du sicher nicht. Klar, denkst Du auch an Dich selbst. Wäre die Drecksau damals weg gelaufen, dann hätte er Dir damit sicherlich geholfen. Denkst Du, wenn Du jetzt weg läufst, das Du Dir damit helfen kannst?

NEIN!

>Im letzten Jahr hatte ich ein Gespräch bei "Wildwasser e.V.", aber ich
>traue mich da einfach nicht hin, obwohl ich weiß, das die für Opfer da
>sind. Ich habe Angst, die ganzen Erniedrigungen, Demütigungen des
>Mißbrauchs, die ich über mich ergehen lassen mußte, noch einmal zu
>erzählen! Ich weiß aber auch, das ich das tun muß, deshalb habe ich

Nehme ein paar Sätze auf Band auf. Gehe hin, spiele es ab. Sehe dann die Reaktion der anderen und Du wirst das Band nicht mehr brauchen.

>den Weg der stationären Therapie gewählt, ich habe Angst, daß ich mir
>sonst was antue. 1985 habe ich schon einmal versucht mir etwas
>anzutun, damals hatte ich Probleme mit der Polizei, ich war eine Nacht
>in U-Haft und als ich nach Hause kam, hatte ich vor meinem Vater
>Todesangst. Ich nahm E-605 (Pflanzenschutzgift) und habe überlebt!

Zum Glück. So etwas solltest Du niemals wieder machen. Sterben wirst Du auf jeden Fall. Wenn es dann mal so weit ist, werden viele Menschen in Trauer an Dich denken. Aber sie wissen warum Du gestorben bist. Wenn Du nun etwas tust, dann wird sich Dein Mann, Dein Sohn, Deine Freunde fragen, ob sie es nicht hätten verhindern können. Zeige ihnen, das sie es mit ihrer Liebe bereits verhindert haben.

>Ich bin noch nicht alt, aber das Leben hat mich ganz schön mitgenommen!

Du spricht in der Vergangenheit. Du kannst viel beitragen, das es schöner wird. Für alle Menschen die Du liebst. Als sich meine Eltern haben scheiden lassen (war damals vielleicht so um die 10), hörte ich die Mutter der Nachbarskinder "Carsten seine Eltern haben sich scheiden lassen, ihr müsst nun aufpassen und behutsam mit ihm umgehen" sagen. Andere haben sich sorgen gemacht. Das machen einige Menschen in Deinem Fall auch. Sie machen sich sorgen um Dich. Dein Ehemann hat vielleicht auch Angst. Angst seine Frau zu verlieren. Angst, das er es nicht schaft Dir genug Liebe zu geben. Ich bewundere Deinen Mann und ich kann ihm nur sagen, das er etwas besonderes sein muß.

>In das Haus meiner Eltern könnte ich nicht fahren, ich befürchte, daß
>alles von vorne losgeht, ich bin mein Leben lang weggelaufen, habe
>Drogen und Alkohol mißbraucht, mich selber erniedrigt oder erniedrigen
>lassen, bis ich Karl-Heinz getroffen habe.

Es gab einen (oder mehere Menschen) die Dir weh taten. Es gibt auch Menschen die Dir helfen wollen. Es wird bei Dir niemals mehr so weit kommen. Ich hoffe das auch Dein Sohn von solchen Erfahrungen verschont bleibt. Ich hoffe das niemals mehr irgend jemand so etwas durchmachen muß.

Gerade jetzt kommt im Radio das Lied "I remember the time". Er erinnert sich an die Zeit, die er hatte. Und er wünschte, er könnte zurück gehen um alle anders zu machen. Das wünscht sich jeder in irgend einer Sache. Auch ich. Aber nun überlege mal, was hättest Du anders machen können. Ok, Du hättest es jemanden sagen können. Es hätte nicht so lange gedauert bis es auf hört. Aber geschehen wäre es auf jeden Fall.

>Ich liebe ihn, er ist zwar streng, aber ein super Mann, ich habe Angst
>ihn zu verlieren. Ja, ich habe Angst ihn zu verlieren, andererseits denke

Er hat sicher auch Angst Dich zu verlieren. Deine Geschichte (so schlimm wie sie auch war) schweißt euch zusammen.

>ich er hätte eine bessere Frau verdient, weil ich ihm nicht die Liebe und
>Zärtlichkeit geben kann, die er braucht. Dann habe ich auch nicht "die

wie meinen Neffen / Nichte mag ich auch andere Kinder. Ich habe zwar auch gleichaltrige Freunde. Aber ich suche mehr den Kontakt zu Kindern die einen Freund brauchen. Menschen in meinem Alter können sich mehr selbst helfen als Kinder. Ich möchte der Freund von Kindern sein. Ich würde niemals etwas gegen ihren Willen tun. Ich hoffe nur, das ich irgendwann Freund eines Kinder sein werde und ihm helfen kann. Ich hoffe auch, das ich niemals Freund eines Kinder bin, dem ich helfen muß. Denn wenn ich einem Kind helfen muß, dann hat es Probleme. Und ein Kind mit Problemen ist sehr schlimm. Es tut mir in meinem Herzen weh, wenn ich sehe was Dir passiert ist. Und wenn dem Kind das gleiche vielleicht gerade passiert, dann wäre dies auch sehr schlimm. Aber wenn, dann würde ich dem Kind helfen.

Wenn ein Kind mit einem anderen Kind (Klassenkammerad) ein Problem schildet, dann halten Kinder meißt falsch. z.B. hatte ich einen Kumpel (ich 19, er 14), der eine schlechte Note in Mathe geschrieben hatte. Zuerst gibt er zu einem gleichaltrigen (14). Er wollte ihm zwar helfen, aber wußte nicht, das es der falsche weg war. Er wollte die Unterschrift seines Vaters fälschen. Aber er schafte es nicht. Nun kam dieser Junge zu mir, bat mich, ich solle die Unterschrift fälschen. Ich wollte ihm auch helfen, also habe ich die Unterschrift nicht gefälscht. Ich bin mit ihm zu seinem Vater und wir zeigten ihm die Arbeit. Der Vater meinte "tja, da kann man nichts machen". Dem Jungen viel ein Stein vom Herzen.

Ein anderer Junge (den ich ein paar Jahre später kennen lernte) war damals 11 (ich inzwischen um die 21). Er war in einer Sonderschule für schwer erziehbare Kinder. Wir freundeten uns sehr schnell an. Und wir haben viel zusammen gelacht. Tja, für seine Eltern war das, was nicht normal ist, auch schlecht. Sie verboten die Freundschaft und setzten alle möglichen Gerüchte (welche ist wohl klar) in die Welt. Er hatte oft darüber nachgedacht von Zuhause ab zu hauen, sich umzubringen und mehr. In den Zeiten, in denen er bei mir war (trotz Verbot) fühlte er sich so gut. Er fühlte sich in meinem Zimmer mehr Zuhause als in seinem eigenen Zimmer. Doch wenn dann die Zeit zum Nachhause-Gehen kam, wurde er agressiv und schlug auf mich ein, er warf sachen in meinem Zimmer um und mehr. Ich wußte damals noch nichts von seinem Problem (agressiv, schwer erziehbar). Doch ich schwor mir "wenn er nichts dafür konnte", dann werde ich ihm helfen, für ihn da sein und immer sein Freund bleiben. Inzwischen ist es mir ziemlich unmöglich mit ihm in seinem Wohnort zusammen zu sein. Mein Name ist im ganzen Ort dermaßen schlecht gemacht worden (von seinen Eltern gingen die ersten Gerüchte aus, andere Eltern und Gerüchte folgten), so daß ich sehr schwer fällt dort Freunde (ob gleichaltrig oder nicht) zu finden. Da der erste (mit der Unterschrift) im Tischtennisverein war (und ich auch) lernte ich den zweiten Jungen (der angeblich schwer erziehbare) kennen. Und nach ein weiterer folgte. Ich dachte mir am Anfang nur, wie wohl seine Eltern reagieren würden. Nach ein paar Wochen Tischtennis waren wir auch ab und zu mal zusammen. Kino und bei ihm Zuhause. Seine Eltern lernten mich gleich am Anfang kennen, inzwischen bin ich ein Freund der Familie. Sie hatten Zweifel, die Geschichte mit dem zweiten Jungen (und seiner Eltern) erfuhren sie von mir selbst. Aber sie gaben mir die Chance und lernten mich kennen. Habe schon zweimal (im ersten Jahr der Freundschaft) bei ihnen übernachtet (einmal fuhr kein Bus und der Junge wollte es, beim zweiten Fall war es die Sylvesterfeier, die ich mit der Familie zusammen gefeiert habe). Das Vertrauen zu mir war schon so groß (nicht mal einem Jahr), das ich im gleichen Zimmer wieder der Junge übernachtete. Ohne mich zu fragen, wo ich übernachten wolle. Es gäbe ja die Couche im Wohnzimmer... Nein, sie haben ohne nachdenken (aus vollem Vertrauen zu mir) die Matraze geholt und ins Zimmer des Jungens getan). Da wußte ich, das ich auf jeden Fall das richtige tue. Die anderen Eltern (oder fast die restliche Stadt) kennen mich einfach nicht. Sie kenne nur meinen Namen, und das wars. Dennoch sind sie nicht meine Feinde. Die Kinder brauchen ihre Eltern (solange ihre Eltern die Kinder nicht für irgendetwas schlimmes und schlechtes (miß)brauchen). Ich finde die Eltern wichtiger als Freunde. Daher würde ich auch den Eltern helfen, auch wenn ich deshalb sterben würde. Wenn dann die Eltern bereuhen mich nicht kennengelernt zu haben, dann können Sie dies, anhand von Briefen, die ich schon im voraus geschrieben habe (an so ziemliche alle Menschen, die ich kenne).

Wenn Du nun glaubst, Dein Mann wolle eine andere Frau, dann kannst Du sicher sein. Er will keine perfekte Frau. Ich will keine perfekten Freunde, ich will auch ein paar Freunde die Hilfe brauchen. Die anders sind, denen ich Zuneigung und Freundschaft geben kann (und dies kann ich bei meinem Neffe, und dafür bin ich ihm sehr dankbar). Dein Mann möchte Dir helfen. Du hilfst ihm damit auch, da kannst Du Dir sicher sein.

Du hast viel durch gemacht, ich sicherlich noch nicht so viel. Aber man wirft mir das vor, was der Mistkerl mit Dir gemacht hat. Ok, nicht genau das, aber sehn ähnliches. Man wirft mir auch vor, ich verkaufe Drogen an Kinder. Ich rauche nicht, ich trinke nicht, ich nehme keine anderen Drogen. Ich habe meinem Neffen versprochen (und meinen anderen Neffen & Nichte werde ich es zu gegebenen Zeitpunkt auch versprechen), wenn er bis zu einem 18ten Lebensjahr nicht raucht, dann schenke ich ihm den Führerschein. Dann hat er die schwierigste Zeit (Jugend,... "willste mal probieren" - "nein" - "Feigling" - "Ok, aber nur einmal...") hinter sich. Die werfen mir vor, ich würde Kindern Drogen geben, obwohl ich Drogen absolut hasse. Ich würde denjenigen der Kindern Drogen gibt, mit seinen eigenen Drogen vollstopfen.... Wenn er dann ein einer Überdosis vereckt, dann ist es nur gut so!

>Schlauheit mit Löffeln gefressen", ich bin einfach zu doof und ich
>denke, meine beiden (Heiko + Karl-Heinz), kommen ohne mich viel
>besser klar. Das tut mir zwar weh und ich muß dabei weinen, aber das
>sind meine Gefühle!

Klar, und Dein Sohn kommt sicherlich ohne Deinen Mann (der sich nach Deinem Selbstmord oder Deiner Flucht auch das leben nahm oder weglief) auch besser aus? Oder?

Wenn Dein Sohn mal einen Fehler macht (weil er nicht das ist, was er glaubt zu sein müssen), dann würdest Du ohne ihn nicht auch besser aus kommen. Oder?

Ihr gehört zueinander, jeder kommt mit dem anderen am besten aus. Er oder sie braucht sie oder ihn. Ich würde wirklich alles dafür geben (außer natürlich meine Familie, denn die bedeutet mir am meisten (und das ist bei Dir der gleiche Fall)), um Dir damals ein Freund zu sein. Aber dies geht nicht. Als Du dies durchmachen mußtest war ich wahrscheinlich nicht mal geboren. Ich bin nun 24.

>Ich habe Angst die Mistsau anzuzeigen. ich denke, das er mich umbringen
>wird, so wie er es immer gesagt hat. Ich habe Angst, daß ich als
Lügnerin
>hingestellt werde und das mich alle verlassen und ich alleine alles schaffen
>muß.

Dein Mann vertraut Dir? Du vertraust Deinem Mann? - Auf jeden Fall. Frage ihn ob er Dich verlassen würde. Die Antwort braucht Du mir nicht zu schrieben, ich kenne Sie bereits. Wenn er sagt "Nein, ich würde Dich niemals verlassen", dann solltest Du dies glauben. Du möchtest das andere Menschen Dir glauben, dann glaube auch Deinem Mann, Deinen Freunden.

>Als ich dies hier geschrieben habe, mußte ich die ganze Zeit weinen, aber
>ich denke ich tue das Richtige, darüber reden oder schreiben, den
>Mißbrauch öffentlich zu machen. Auch wenn es weh tut, die Erinnerung
>in meinem Kopf und die körperlichen Symptome!

Als ich dies hier gelesen habe, war ich kurz davor zu weinen. Aber ich weiß, DU HAST DAS RICHTIGE GETAN. Reden oder schreiben (und Du hast sicherlich beides getan), vorallem noch im Internet, dann zeigt die Kraft die Du hast. 20 Jahre lang hast Du es dir nicht getraut. Du hattest damals vielleicht nicht die Kraft. Du siehst, Du hast an Kraft gewonnen. Du wirst noch mehr an Kraft gewinnen, glaube mir.

Ein Kleinkind langt in eine Kerze, zuckt zurück und weint. Der Finger ist ganz rot und es tut weh. Die Erinnerung in dessen Kopf, die körperlichen Symtome führen dazu, daß das Kind immer großen Respekt vor dem Feuer haben wird. Wenn es auch Jahre brauchte zu reden, es brauche nur eine Sekunde um zu wissen "Feuer tut weh".

Du hast nach 20 Jahren die Erfahrung gemacht, wenn Du darüber sprichst, schreibst und weinst, dann geht es Dir besser. Du hast auch jahrelang die Erfahrung gemacht oder machst sie noch, das Alkohol nichts bringt. Warum lernst Du nicht wie das Kind daraus, das Alkohol nur noch mehr weh tut.

Sigrid - ich hoffe für Dich und Deine Familie, das Ihr es schafft und Dein Sohn in ein paar Jahren sagen kann: "meine Mama ist und war die beste Mama der Welt". Vielleicht sagt er dies schon heute, das sollte Dir ein Zeichen sein.

Gerade kam das Lied von Michael Jackson : "Your are not alone", Du bist nicht alleine. Das solltest Du niemals vergessen.

Tschau Carsten

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