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Der Teufel als Liebhaber (Volkssage aus Kärnten)
Vor Zeiten war das ganze
Lesachtal nur eine Alpe und von wenigen Hirten bewohnt. Da kam zu einer
Hirtentochter öfters ein fremder Mann im grünen Gewande und schwatze ihr ein
langes und breites vom Heiraten vor. Einmal kam er gar zur Nachtzeit und wollte
das gute Kind 'auf die abiche Seite bringen', auf einmal bemerkte das
Mädchen aber, daß der fremde Mensch ' über den Rücken abaus ganz hohl
war, als wie ein Trog', und ging am nächsten Tage nach St. Daniel im
Gailtale zum dortigen Pfarrer, ihm die ganze Geschichte erzählend. Der Pfarrer
erkannte im fremden Menschen gleich 'das Gangerle', und sagte zu dem um
Rat bittenden Mädchen: " Der Teufel ist nicht hinterlistig, sondern sehr
dumm; wenn er wieder kömmt, stelle dich recht freundlich, und frage ihn nur,
was er am meisten fürchte." Den Rat befolgte die Hirtentochter, legt dem
Teufel die Frage vor, und er antwortet: "Hobrat (arabratum) Widertot und
Speik ist gut fürs Alpenreiten." Mit dieser Auskunft und den drei
genannten Stücken läuft das Mädchen nun zum Pfarrer, welcher die Kräuter
weiht, und dem gläubigen Kinde an den Hals bindet. Als der Teufel in der
nächsten Nacht wieder kommt, läßt er ein furchbar Gepolter los, und läuft
unter Feuer und Flammen davon. Von dieser Zeit an lassen die Bauern alle Jahr
einen Busch Alpenkräuter weihen, und von rechtswegen soll in jedem Hobrat
Widertot und Speik dabei sein.
Getauft verstorbenes Kind bedankt sich (Volkssage aus Posen)
Kinder, die kurz nach der Taufe sterben, sollen sich nach dem Tode bei ihren Taufpaten zeigen und sich bedanken. In Imielno bei Pudewitz war einst ein Kind gleich nach der Taufe noch in den Händen der Paten gestorben. In der folgenden Nacht fühlte der Pate, daß ihn jemand mit kalten Händen bei der rechten Hand faßte. Er richtete sich auf und sah zu seiner Verwunderung das Kind, das er am Tage bei der Taufe gehalten hatte, vor sich stehen. Das Kind, das erst wenige Tage alt gewesen war, sagte zu ihm: "Vater ich werde dir steht's dankbar sein, da du mein Taufvater bist und ich durch die Taufe selig geworden bin. Auch werde ich bei Gott für deine Seeligkeit bitten." Dann verschwand es wieder.
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