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Das Merkurjahr 2005
Merkur ist ein kleiner
glänzender, aber nicht weiß scheinender Stern, allzeit bei der Sonne. Er ist von
veränderlicher, unbeständiger Natur. mit guten Konjunktionen und Aspekten ist er
gut, mit bösen bös, mit männlichen männlich, mit weibischen weibisch, mit
glücklichen glücklich, mit unglücklichen unglücklich, mit feuchten feucht, mit
hitzigen hitzig.
Merkur vollendet einmal jährlich seinen Lauf (um die Sonne).
Seine eigene Natur ist kalt und trocken. Den Menschen die er unter sich hat,
macht er lange Finger und gibt ihnen eine unbeständige Natur. Sie erdenken immer
etwas anderes und sind nie ruhig, aber arglistig und verschlagen. Sie halten
gern hinter dem Busch und machen ihre Sache nicht offenherzig. Sie sind wie
jüngere Brüder und Knechte, desgleichen die einen guten Verstand haben wie
Philosophen, Mathematiker, Schreiber, Kanzler, Kaufleute, Bildhauer und allerlei
kunstfertige Meister, Verschmitzte, Betrügerische, Unbeständige, Vorwitzige,
Fleißige;
Merkur verleiht Reichtum durch Kunst und Kaufmannschaft.
Das Wetter im Merkurjahr
Das Jahr ist im Ganzen mehr
trocken als feucht, auch mehr kalt als warm, selten fruchtbar. Der Frühling ist
anfangs warm, der April sehr kalt. Der Sommer ist unbeständig, der Herbst bringt
viel Regen. Im Winter gibt es viel Sturm.
Wind, Güsse, Ungewitter
Die meisten Winde, die
dieses Jahr wehen, sind der Ost_, manchmal der West-, selten aber der Nordwind.
Bisweilen kommt im Sommer ein großer Guss, der die Wiesen manchmal mit Schlamm
bedeckt. Auch hat dieses Jahr fast gar keine oder nur wenig Ungewitter und die
meistens Ende Sommers.
Obst
Das Obstgerät dieses Jahr
unterschiedlich; an etlichen Orten wächst viel, in etlichen mittelmäßig; in
etlichen gar nichts. Kirschen, Weichseln und Zwetschgen überall. Es gibt viel
Haselnüsse, aber nicht so viel welsche. Viele Eicheln und auch ziemlich viel
Bucheckern.
Ungeziefer
Im Herbst kommen viele Mäuse. Wo
die Würmer nicht zuvor schon gewesen sind, wachsen dieses Jahr keine im
Getreide. Im Frühling gibt es viele Frösche, im Sommer wenig, hinzu kommen
Heuschrecken, Schlangen und Schmetterlinge, und im Herbst viel Schnecken, die
nicht nur den Samen abfressen, sondern auch Rüben und Kraut angehen.
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