Alte Spruchweißheiten - Sprachkurs

- A
Ausred und a Nudelbrett is a guats Ding im Haus.
- A Geizhals und a
fettes Schwein kinnan erst im Tod recht nützli sein.
- A Gsichterl ohne
Sommersprossen is wia a Himmel ohne Stern.
- A guada Hahn wird
net fett und a guade Henn net diar. (diar = "mager")
- A guada Trunk is
jedem recht, dem Herrn, dem Bauern und dem Knecht.
- A Rausch is bessa
wia a Fiawa. (Fiawa = Fieber).
- A schiachs Tier
braucht a schene Zier. (Wenn jemand viel Schmuck trägt.)
- A rennat's Ross
muasst renna lassn.
- A Sänger singt mit
Leichtigkeit, wann's eahm net fehlt an Feuchtigkeit.
- A Zwidawurzn kannst
ned ausgrabn.
- An Buam hast bis zum
Traualtar, a Dirndl bis zur Totenbahr. (Die Pflege alter Angehöriger wird fast
ausschließlich von den Töchtern übernommen)
- Bessa's Geld durch
die Gurgl jagn als zan Apotheka tragn.
- Besser bäurisch gefahren
als herrisch gelaufen.
-
Bauen
ist eine Lust, hätt ich gewußt, was es kust, ich hätt' was gehust!
- Da bleibt sogoa da
Blitz stehn. (Eine originelle Variante von: "Da fährt die Eisenbahn
drüber.")
- Da is d'Bank höher
wia da Tisch. (Wenn die Frau größer ist als der Mann.)
- Da muaß ma
drübersteign und derf si ned bucka drum. (Darüber muß man hinwegsehen)
- Das Boandl, des da
bestimmt is, vazaht da koa Hund ned. (Alles ist vorherbestimmt. Boandl = Knochen)
- De beste Kost is, de
nix kost.
- De gache Ködn und
die gache Liab haltn nia lang. (Ködn = Kälte)
- Dem Herrgott d'Augn
ausbrenna. (Wenn man das Licht bei Sonnenschein aufdreht)
- Dem Jammerer soll ma
was nehma und dem Angeber soll ma was gebm.
- Der Adler fangt koa Muckn.
(Originelle Variante von "Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu")
- Die san vorm
Zammläutn in d'Kircha ganga. (Wenn die Braut bei der Hochzeit schwanger ist.)
- Die Sonne hat noch keinen
Bauer aus seinen Hof hinausgeschienen, aber's Wasser schon manchen
hinausgeschwemmt.
- Die Zimmerleut' und Maurer,
das sind die rechten Laurer; eine Stunde tun sie essen, eine Stunde tun sie
messen, eine Stunde rauchen sie Tabak, damit vergeht der halbe Tag.
- D'Liab is a Vogerl
und zwitschert di an, magst es net fanga, fliagt's davon.
- D'Liab macht blind,
und d'Ehe gibt s'Augenlicht wieder.
- Du und dei(n) Oa(n)
müassts am Sunda a wenig schnölla toa(n). Wenn die Messe allzu lange dauert: Du
Pfarrer und dein Meßner, ihr müsst am Sonntag schneller tun, sonst werdet ihr allein
sein in der Kirche.
- Durchn Krautsalat
muaß d'Sau durchiwatn. Ein Krautsalat ohne Fett schmeckt nicht)
- D'Weiwergreßt meßt nöt.
(Eine Frau sieht nie so klein oder groß aus, wie sie wirklich ist)
- Ehrli teilt und mia
das Mehra.
- Eigenlob stinkt,
Freundeslob hinkt, nur fremdes Lob klingt.
-
Ein Regenjahr ist kein
Segenjahr.
- einbrocken (Brot oder Kuchen in Flüssigkeit tauchen).
- Gackert der Hahn, so kriag i a
Mann, gackert die Henn, so woaß i net wen.
- Geduld bringt
vielleicht Rosen, aber sicher a durchwetzte Hosen. (vom langen Sitzen)
- Geduld, Vernunft und Hafergrütze, die sind zu allen Dingen nütze.
- Geld is ned ois, aba
ohne Geld is ois nix.
- Germschober (Kuchen aus Germteig)
- Frühregen und Brauttränen
dauern solang wie's gähnen.
- Hab i 's Geld, Hab i
d'Uhr, Hab i s'Hosentürl zua ? (Spruch für vergeßliche Männer, bevor sie das
Haus verlassen)
- Hast an Gizi, hast
an Gräu, nimm de Zechan und stecks ins Mäu.
- Heikle Leut habn
seltn an guadn Tag.
- Heut schaust wieda
drei(n), wia d'Henn unterm Schwoaf. (=Unausgeschlafen, verkatert.)
- I woaß ned, bin i
im Rock oder im Örmö. (Wenn man sich nicht auskennt oder sich verlaufen hat.
Örmö = Ärmel)
- I woaß scho(n), wo
i di findt: im Wirtshaus ganz vorn, in da Kircha ganz hint.
- Im Bierkruag san
schon mehra dasoffm als im Wassa.
- Im Leben krankt, der
was recht gscheit - a gsunde Dummheit, de bringts weit.
- Im Ofalo (Ofenloch)
is ja de schwarze Katz drinn. (Das Feuer ist ausgegangen)
- Lernt's was, dann
habts was zum Vergessn.
- Mia werdn,s ja sehn,
wem da Vata an Schimmel schenkt. (=Wir werden sehen, wie willkürlich die
Obrigkeit entscheidet.)
- Mit'n Sagn und
Widersagn hat mancher Mensch vü Leid zu tragn. Widersagn = Gerüchte,
Verleumdung)
- Ned lehn und net
gach, aba alleweil zach. (Nicht zu langsam und nicht zu schnell, sondern
ausdauernd arbeiten)
- Nieda mit die Henna,
auf mit'n Hahn.
- Ob Sunn oder Regen,
mia san oiweil dagegn.
- Palmbuschn in da Sunn, (Palmsonntag)
de Oa in da Stubm. (Ostersonntag, Allgemein
anwendbar im Sinne: Auf Schönwetter folgt Regen)
- raucha oder raugga gehen (Ein alter Brauch, der vielerorts auch heute noch lebendig ist. Früher durften nur Männer mit dem Weihrauch böse Geister aus Haus und Stall vertreiben. Während des Rundgangs mussten alle Lichter gelöscht werden.
- Raucht er net und
trinkt er net, so schmeckt er net und stinkt er net.
- Reich werdn is koa
Kunst, aber d'Leut und's Vieh derfn da ned derbarma.
- Schenk an Bedla koan
Fisch, sondern zoag eahm, wia s'Fischn geht.
- Schindln afm Dach! (Wenn
ungebetene Zuhörer in der Nähe sind)
- S'Jahr amoi macht a
oide Kuah a an Sprung.
- Soll die Ehe lang bestahn, sei
blind das Weib und taub der Mann.
- Stiel da wsa und
lass jedn das Seine. (Lerne von anderen, ohne ihnen etwas wegzunehmen)
- S'Wetter und
d'Verwandtschaft kann ma ned macha.
- Unter jedem Dach
wohnt auch ein Weh und Ach.
- Viarfleck (viar kommt von vorne - große Alltagsschürze für die Frauen)
- Vom Unglück, da
ziag ab dei(n) Schuld, was überbleibt ertrag mit Geduld.
- Vom Wahrsagn kannst
lebm, vom Wahrheitssagn ned.
- Vü Händ, schnös
End. (Wenn man zusammenarbeitet ist die Arbeit schneller fertig)
- Wann dem Nachbarn
seine Kina (Kinder) meine Kina warand, wissat i genau, wias' erzogn g'herand.
- Wann d'Falschheit
brennat wia s'Feuer, war s'Hoazn bei vü Leut halb so teuer.
- Wann s'Häferl amoi
brocha is, schebbert's oiweil. (Ist das erste Kind geboren, dann läßt das
nächste nicht lange auf sich warten)
- Wann vü Leut an
falschn Weg gengan, wird wegn dem da Weg ned richtiger.
- Wanns koane Dumma
gab, hä(d)n dö Gschei(d)n koan Wert.
- Wannst in Teifö
fürn Gödn hast, kimmst leichta in d'Hö. (Umschreibung für Protektion, Teifö
= Teufel, Hö = Hölle)
- Wannst so lang warst
wiast dumm bist, kunnst dem Mond a Busserl geben.
- Wannst so zwida
drei(n)schaust, wird d'Milch im Häferl sauer.
- Was dir ghört,
ghört mir und was mir ghört, des geht di nix an.
- Was Gott net gibt,
kann d'Welt ned fordern.
- Was versteht da Ochs
vom Vogelnest, wann er nu nia oans gsehn hat. (Wenn man keine Ahnung hat, sollte
man lieber den Mund halten)
- Wer aus an guadn
Holz is, wird vom Lebn nrd gschliffn, sondern poliert.
- Wer den andern ned
traut, steckt sel(b)m in koana guadn Haut.
- Wer lang huast, lebt
lang. (huast = hustet)
- Wer nachtragt, der
tragt schwa. (Wer immer nachtragend ist, macht sich das Leben schwer)
- Wer
nicht arbeiten will, der laß das Brot auch liegen still.
- Wer nix daheirat,
gwinnt oder irbt (erbt), bleibt a arma Teifi, bis a stirbt.
- Wer oweilwas woaß
über mi und dö Meinign, der geh' amoi ham und betracht sö und dö Seinign.
- Wie der Herr, so's G'scherr.
(Wie der König, so die Herde - Wie der Herr, so auch der Sklave)
- Wintergrün (Efeugewächs, Die Männer gingen, ähnlich wie beim Edelweiß, große Risiken ein, um die schönsten Exemplare zu pflücken.)
- Wird ma alt wia Kuah, lernt ma nu oiwel
dazua.
- Wo da Kreuzer
gschlagn wird, hat er koan Wert. (Eine Variante von: "Der Prophet gilt
nichts im eigenen Land.")
- Wo die
Weiber Herr im Hause sind, geht sogar der Herrgott lieber hintern Haus
vorbei.
- Wo nix umaliegt, is
nix da. (Wenn in einem Haus nichts herumliegt, ist auch nicht viel da, die Leute
sind arm)
- Wo vü Geld is, is
da Teifö, wo koans is, sand zwoa. (Teifö = Teufel)
- Zammpacka, aufhucka,
a(b)fahrn. (Los geht's)
Sprach
- Kurs
- a weng zweng = Minirock
- Baby Boom = Geräusch eines vom Tisch fallenden Säuglings
- Band Leader = Riemchen aus gegerbter Tierhaut
- Biking = Unser König ist bisexuell veranlagt
- black mens pyjama = Mohr im Hemd
- Black out = Ein farbiger Mitbürger verlässt den Raum
- Blazer = Trompeter oder Posaunist
- Body Guard = Bewacher von Damenhöschen
- Broadcasting = Das Verwahren von Brot in eigens dafür angeschafften Kästen
- Bypass = Reisedokument für Bayern (nur gültig im Freistaat BY)
- Countdown = Herr Graf ist heute schlecht gelaunt
- Fidel Castro = Geigenkasten
- grand Maleur = Schwiegermutter
- Handicap = Kopfbedeckung für Benutzer von Mobiltelefonen
- Happy Hour = Glückliche Prostituierte
- Heavy Weight Champion = Schwerwiegender Wiesenchampignon
- Highlight = Hoch angebrachte Strassenlaterne
- Image = Derber Vulgärausdruck (Im Arsch, alles kaputt)
- Leadership = Aus gegerbten Tierhäuten gefertigtes Wasserfahrzeug
- never come back container = Sarg
- Rooming In = Sich mit Zuckerrohrschnaps zu betrinken gilt als "in"
- royal nonsens = Kaiserschmarrn
- Spoiler = Mit der Geschirrsäuberung Befasster
- Stand by = Stoßgebet (oh Herr, steh mit bei)
- Talking = Dies ist ein Herrscher des Tales
- Transport Maleur = Storch
- Womanizer = Frage "Wo ist der Mann" gestellt von einem Sprechlegastheniker
# |