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Alte Bauernregeln

Poetische Anweisung aus
dem Bauernkalender des Jahres 1771
Was im jedem Monat des Jahres zu
beobachten ist:
Im
Jänner kannst
du schon die Bienenstöcke setzen,
soll Honig und Wachs dich mit reicher Frucht ergötzen.
Im
Feber kehre aus
den Unflat und den Mist,
der im Taubenhaus und in Hühnernestern ist.
Im
Märzen reinige
des Gartens Grund und Erden,
Die Zwiebel kann auch jetzt gesät werden.
Getreide wird im April
gekürzt und umgedreht,
Mit Nutzen auch zugleich die Gerste ausgesät.
Im
Maien salz mit
Fleiß die frische Butter ein,
so wird sie zum Gebrauch gesund und edel sein.
Im
Junius gib
acht: Laß deine Scheuern putzen,
Steck Planzen von dem Kraut,
so wachsen sie mit Nutzen.
Im
Juli setzt man
schon die Halmrüben an.
Sei fleißig in der Ernte, die dich bereichern kann.
Richt' Acker im August
zu deiner Wintersaat,
und sammle Eier ein - soviel dein Vorrat hat.
Im
September
sollst den Hopfen abnehmen
und die Wacholderbeer zu sammeln dich bequemen.
Oktober ist schon da,
drum nimm auch wohl in acht,
daß nun in dieser Zeit der Wein gemacht.
Im
November fisch
vergnügt in deinen Teichen,
Verwahr die Bienenstöck, weil kalte Winde streichen.
Schlacht im Dezember
nun das wohlgenährte Schwein,
und räuchre Fleisch, es wird für dich zur Speise sein.
Der gesamte
Jahreslauf nach den Lostagen in einer alten, überlieferten Spruchweisheit
Säe Korn Agidi
(1. September)
Hafer, Gerste Benedikti
(21. März)
Säe Flachs und Hanf Urbani
(25. Mai)
Wicken, Rüben Kiliani
(8. Juli)
Viti Kraut, Erbsen Gregori
(15. Juni, 12. März)
Linsen Philippi Jakobi
(1. Mai)
Grab Rüben Ketten Petri
(1. August)
Schneid Kraut Simonis Juda
(28. Oktober)
Bleib Stuben Kalixti
(14. Oktober)
Iss Gans Martini
(11. November)
Heiz warm Geburt Christi
(25. Dezember)
Iss Lammbraten Oculi
(dritter Fastensonntag)
Trink Wein percirculum anni
(das ganze Jahr hindurch)
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