Karl
aus dem Hause Österreich wurde am 17.August 1887 auf Schloß Persenbeug in
Niederösterreich geboren. Kaiser Franz Joseph I. war Karls Großonkel.
Karl wurde bewusst katholisch erzogen und erhielt eine vorwiegend militärische, aber auch staatspolitische Ausbildung.
Früh
erwachte in Karl große Liebe zur heiligsten Eucharistie und zur Gottesmutter.
Er
war nicht intellektuell, sondern von einfachem, heiterem und offenem Wesen und
hatte stets Humor.
1911
heiratete Kaiser Karl Prinzessin Zita von Bourbon Parma.
In
den gut zehn Jahren ihrer glücklichen und vorbildhaften Ehe wurden dem Paar
acht Kinder geschenkt.
Im
Juni 1914 wurde Karl, infolge der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand, zum
Thronfolger Österreich-Ungarns.
Mitten
im ersten Weltkrieg machte der Tod seines Großonkels, Kaiser Franz Joseph, Karl
am 21 November 1916 zum Kaiser von Österreich und etwas später zum
Apostolischen König von Ungarn.
● Die geweihte Herrscherwürde
nahm Karl bewusst als seine persönliche Berufung aus Gottes Hand an –
als Nachfolge Christi und in selbstloser, liebender Hingabe für seine
Völker.
In
der, dem Glauben dienenden, universellen Tradition seiner Dynastie,
sah er die Alternative zu sektiererischem Nationalismus und anderen fatalen
Strömungen jenes Jahrhunderts, an dessen Beginn sein Reich zerschlagen werden
sollte.
● Selbst in den
deprimierendsten und aussichtslosesten Situationen, blieb Kaiser Karl
optimistisch und suchte alle wichtigen Entscheidungen im Gebet.
Irgendeinem Begleiter gegenüber erwähnte er einmal
lachend und lapidar: „das Volk würde sich wundern, wenn es den Grund meines
Optimismus wüsste: die tägliche Kommunion!“ positio super virtutibus I, 604.
●
Karls Regierungstätigkeit war Ausdruck der katholischen Soziallehre.
Äußerste
persönliche Bemühungen um den Frieden standen für ihn im Mittelpunkt,
angesichts des furchtbaren Krieges. Wegen seiner politischen Konzepte wurde er
anlässlich der Seligsprechung als Wegbereiter und Patron eines wahrhaft
geeinten Europas gewürdigt.
●
Weiters bemühte sich Kaiser Karl als Oberbefehlshaber, soweit wie möglich, um Humanisierung
der militärischen Taktik, indem er den Generalstabschef auswechselte und
die bis dahin übliche, menschenverachtende, nach deutschem Muster
funktionierende „Kanonenfutter-Taktik“ vollständig änderte, ohne aber dadurch
die militärische Effizienz zu vermindern.
Hatte
Österreich-Ungarn in den ersten zwei Kriegsjahren über 1 Million Gefallene gehabt,
so waren es nach Karls Kommandoübernahme in den zweiten zwei Kriegsjahren unter
Hunderttausend, also weniger als 1/10!
●
Karl sah sich einer gewaltigen Feindpropaganda internationaler Kräfte
gegenüber, die nicht nur auf die Zerstörung seines Reiches sondern auch auf
seine persönliche Diskreditierung abzielte. Unter diesem Einfluss, aber auch
unter dieser Mitwirkung, standen weite Teile der führenden gesellschaftlichen,
militärischen und politischen Kreise im Inneren.
In
weiten Kreisen wurde es chic, gehässige Gerüchte über das Kaiserpaar zu
verbreiten. Ausgangspunkte dieser frechen Umtriebe waren keineswegs Angehörige
benachteiligter Volksschichten oder Sozialisten, sondern gerade einige Angehörige
des Hochadels, die fern von der Front, ihren Alltag in Wiener Clubs mit
derartigen Beschäftigungen verbrachten !
Diese
gezielte Verleumdungs- und Diffamierungskampagne gegen Kaiser Karl wirkt bis
heute fort...
Vor
dem Hintergrund eines von Deutschnationalismus und anderen Geistesstörungen
zerfressenen Österreichs, war es nur zu einfach, einen Kaiser als
„Schwächling“ zu bezeichnen, der mitten im Krieg etwa verbietet, offene
Städte zu bombardieren, Hochverräter amnestiert, menschenverachtende
Strafmethoden im Heer abschafft, das Duell verbietet, den unbeschränkten
U-Bootkrieg gegen Italien zu verhindern sucht und sich als Oberbefehlshaber zum
Ziel setzt „der gewissenhafteste Kommandat zu sein, ... kein einziger Mann
darf unnütz fallen“ Kaiser Karl 1916, in Prof.
Karl Zessner v. Spitzenberg: März- und Apriltage in Kaiser Karls Lebenstragik
Kaiser
Karl war kein selbstherrlicher, großspuriger „Macher“, sondern ein besonnener,
authentischer und verantwortungsbewusster Monarch, der seinen, ihm von Gott
anvertrauten, Völkern in liebender Hingabe wirklich dienen wollte und all seine
Entscheidungen im Gebet suchte - nicht im damaligen, ideologischen
„mainstream“.
Im
Oktober und November 1918 brach die kaiserliche Armee und danach Österreich
zusammen. An allem wurde dem angeblich „schwächlichen“ Kaiser Karl die Schuld
gegeben.
Die
neue Republik versuchte ihn zur Abdankung zu zwingen, indem sie ihn vor die
Wahl stellte: entweder Abdankung mit großzügiger Abfertigung - oder Enteignung
des gesamten Familienvermögens und Internierung seiner ganzen Familie. Der
Kaiser erwiderte darauf:
„Niemals
werde ich um des Geldes Willen auf Rechte verzichten, die mir Gott als
Pflichten verliehen hat!“ Prof. Karl
Zessner v. Spitzenberg: Karl von Österreich; Wien 1959, S.15
Er legte somit die Regierungsgeschäfte zurück, dankte aber niemals ab und um der Internierung in Deutsch-österreich zu entgehen um dadurch für seine übrigen Völker handlungsfähig bleiben zu können, verließ der Kaiser am 23.3.1919 Österreich unter britischem Schutz.
Das
gesamte kaiserliche Vermögen und zwar auch der Familienfonds und das Private –
bis hin zum Essbesteck und Geschirr in Schönbrunn – wurde durch die neue
Republik unverzüglich gestohlen und von ihr bis heute nicht zurück gegeben...
Das
Königspaar wurde daraufhin in die Verbannung auf die Atlantikinsel Madeira
gebracht – in britischer Gewahrsam.
Völlig
mittellos lebten sie dort unter den ärmlichsten Bedingungen, praktisch von
aller Welt vergessen. Der körperlich und seelisch ohnehin schon geschwächte
Kaiser wurde schwer krank und litt unter hohem Fieber und starken Schmerzen. In
ähnlicher Weise wie die ererbte Krone, so nahm er nun auch dieses Kreuz und
schließlich den Tod aus Gottes Hand an, mit den Worten:
„Ich
muß so viel leiden, damit meine Völker wieder zusammen finden !“
und
„Mein
ganzes Bestreben ist immer, in allen Dingen den Willen Gottes möglichst klar zu
erkennen und zu befolgen und zwar auf das Vollkommenste.“
Ausdrücklich
verzieh er allen, die an ihm schuldig geworden waren und starb am 1.April 1922
im Gebet, in den Armen der Kaiserin, mit dem Blick auf das allerheiligste
Altarsakrament. Seine letztes Wort war: „Jesus !“