Ich verwende bei meinen Modellen vorwiegend
Polystyrolplatten , in Stärken von 0,5mm bis 4mm.
Polystyrol ist leicht und einfach zu bearbeiten , mit ein
paar Verstärkungen auch äußerst robust.
Das Polystyrol ritze ich je nach Stärke ein paarmal mit dem
Tapetenmesser ein , und breche es dann ab. Polystyrol klebe
ich mit UHU Plast flüssig , und Sekundenkleber
Aluminium Profile kaufe ich im Baumarkt , es gibt da eine
schöne Auswahl.
Ich habe eine kleine Proxxon Fräse , und eine kleine
Rotwerk Drehmaschine. Leider sind diese Geräte für 1/6
schon etwas zu klein , aber ......... man kommt auch so zum
Ziel.
Bei einem Usertreffen im November 2001 in Munster ,
hatten wir zu vorgerückter und Bierfeuchter Stunde die Idee
, einige Fahrzeuge zu den Dragon 1/6 Figuren zu bauen. Nach
einem halbfertigem Sd.Kfz 251 wollte ich unbedingt einen
Opel Blitz , aber eine Allradausführung sollte es schon
sein.
Im Februar 2002 hab ich dann bei der Firma Schink , die
Achsen , Reifen , Felgen und das schaltbare
Verteilergetriebe bestellt . Danach fing ich mit der
Pritsche an. Ich wollte mit dem Rahmenbau warten , bis die
Achsen geliefert wurden , um die korrekte breite des Rahmen
zu erhalten.
Erster Bauabschnitt: Pritsche
Die Pritsche besteht aus einer 4mm Poly Platte , worauf
mittels Doppelseitigem Klebeband 20mm x 5mm Holzleisten (
Baumarkt )geklebt wurden. Rundherum kam ein Streifen 4mm
Poly , um später die Scharniere aufzunehmen.Die Träger ( 3
stk. ) sind auch aus 4mm Poly. Auf den Trägern ist ein 10mm
x 10mm Alu L Profil , das die Verbindung zum Rahmen
herstellt.
Die Bordwände bestehen ebenfalls aus 20mm x 5mm
Holzleisten , und 10mm x 8mm Alu U Profilen , die nach oben
verlaufend abgefräst wurden.
Diese Alu U´s haben unten eine Bohrung , und dienen
gleichzeitig als Scharniere. Die hintere und die beiden
seitlichen Bordwände können abgeklappt werden.
Die Stirnwand wurde mit den Alu U´s ( auf 6mm Höhe gefräst
) fix mit der vorderen Träger verbunden.
Anfangs wollte ich die niedrigen Bordwände bauen , aber
da es ein Truppentransporter wurde , hab ich mich zu
Aufsatzwänden entschieden.
Die Figuren sollen ja bequem sitzen .
Für die Kotflügel hab ich aus 4mm Poly Ringe gefräst (
4mm Dorn in den Schraubstock einspannen , und in das Poly
ein 4mm Loch bohren , dann einfach den Fräser eintauchen ,
und das Poly drehen ) und aus 1mm Poly die Decke angeklebt.
Die Staukästen sind zu öffnen , die Scharniere sind aus
dem Schiffszubehör.
Der Deckel der Staukästen ist aus 2mm Poly , worauf ein
0,5mm Poly geklebt wurde , das Kreuzweise über eine Scharfe
Kante abgebogen wurde.
Hinten kamen noch der Nummerschildhalter mit Rücklicht
und die Rückstrahler.
Auf die Pritsche , kamen dann noch die Sitzbänke (
ebenfalls die Holzleisten ) für meine Figuren , diese Bänke
können aufgeklappt werden , um auch mal was sperrigeres zu
transportieren.
Zweiter Bauabschnitt: Rahmen
Anfang März kam die erste Lieferung von Herrn Schink
www.schink-1-8.de , es war alles dabei , bis auf die
Vorderachse und das schaltbare Verteiler Getriebe ( die
kamen später .......... viel später )
Nun konnte ich mit dem Rahmen beginnen.
Der Rahmen besteht aus 30mm x 20mm Alu U Profilen , die
mittels 25mm x 15mm Quertraversen ( Alu U ) und 1mm Alu
Knotenblechen verbunden sind.
Alle Teile wurden mit Sekundenkleber ( Loctite Gel ) geklebt
, und danach mit M3 Schrauben verschraubt.
Danach habe ich die Hinterachse angeschraubt , und schonmal
gemerkt , das Ding wird riesig .
Den Auspuff habe ich aus einem 8mm Kupferrohr gebogen ,
das Kupferrohr ist sehr weich , und dadurch auch leicht zu
biegen.
Der Auspufftopf ist ein Drehteil aus Polyamid.
Der gesamte Auspuff hängt auf 2 Schellen aus 1mm Alu.
Der Fahrmotor ist ein Gefeg Industriemotor 12Volt 48 Watt
, sehr laufruhig und sparsam. Zu beziehen bei www.conrad.de
.
Da die Motorhaube zu öffnen ist , hab ich den Motor etwas
aufgewertet , mit Zylinderkopfnachbildung und laufendem Lüfterrad
.
Der Motor ist mittels Alu L Profilen am Rahmen befestigt ,
und mit 1mm Gummipolstern gelagert.
In den Staukasten am Rahmen , hab ich die elektrische
Zentrale eingerichtet , hier sitzen die Sicherungen , das
Ladekabel und der EIN – AUS Schalter .
Der Schalter betätigt ein Umschaltrelais , das die
Verbindung bei AUS nur vom Akku zum Ladekabel , und bei EIN
nur vom Akku zum Fahrregler herstellt.
Zur Zeit ist nur eine Sicherung aktiv , und zwar zwischen
Akku und Fahrregler.
Die zweite Sicherung brauche ich , wenn die original Opel
Hupe eingebaut wird. Man will sich ja bemerkbar machen.
Auf der rechten Seite am Rahmen , sitzt der Halter für
die Benzinkanister , der wurde aus 2mm Polystreifen gebogen
( vorsichtig über Kerze erwärmt ).
Den Halter kann man aufklappen , um die Kanister zu
entnehmen.
Dritter Bauabschnitt : Führerhaus
So , nun zum schwersten Teil des ganzen Fahrzeuges, das Führerhaus.
Das Führerhaus besteht hauptsächlich aus Polystyrol , nur
das Dach habe ich , da es sehr rund ist , aus Balsaholz
gemacht , da dieses leichter zu schleifen ist.
Auf eine 4mm Poly Bodenplatte wurde der 4mm Hauptspant (
Spritzwand ) geklebt , er gibt die Form der 2mm Seitenteile
, und der Windschutzscheibe vor .
Danach kamen die 2mm Seitenteile mit den Ausschnitten der
Motorhaube , die 4mm Rückwand mit Fenster , und die 4mm
Dachplatte auf die später das Balsadach montiert wurde.
Danach kam der 4mm Kühlerspant , er gibt die vordere Form
der Seitenteile vor.
Die 2mm Motorhaubenteile wurden gebogen und eingepasst .
Danach wurden noch die Schlitze für die Louvers gefräst ,
und diese dann angeklebt.
Die Louvers mache ich aus 0,5mm Polystreifen , die am anfang
und ende 45° abgeschnitten , und dann aufgebogen werden ,
so stellen sie sich auf , und sehen aus wie gepresste Lüftungsschlitze.
Nun wurden die Motorhauben mittels Scharnieren am Führerhaus
befestigt.
Die Motorhauben werden mit kleinen Federspannern gehalten ,
um nicht im Fahrbetrieb aufzuspringen.
Die Türen sind aus 2mm Poly , da sie hinten eine
rundliche Form haben , mußte ich einen 4mm Spant einkleben
, dadurch konnte ich leider die Seitenscheiben nicht mehr
zum kurbeln machen .
Die Innenverkleidung der Türen ist auch aus 2mm Poly , mit
einem Ausschnitt , um später zum Schließmechanismus zu
gelangen.
Die Türen sind auf jeweils 2 Scharnieren aufgehängt, die
am Führerhaus angeschraubt sind . In den Scharnieren sind
Langlöcher dadurch kann man die Türen einstellen.
Das Dach besteht aus 2 lagen 8mm Balsaholzbrettern.
Nun wurde geschliffen , und geschliffen , danach wieder
geschliffen , bis die Form in etwa passte.
Danach noch etwas verspachtelt , und das Dach konnte aud dem
Führerhaus Platz nehmen .
Wie sich später herausstellte , hab ich nicht sorgfältig
gespachtelt und geschliffen , das Dach ist etwas wellig und
in der Mitte platt , aber ein Fahrzeug aus dem zweiten
Weltkrieg wurde sicherlich schwer mitgenommen , und der eine
oder andere Soldat stand auch mal auf dem Dach , also ist es
mir egal.
Den Kühlergrill hab ich aus 2mm x 2mm Poly Streifen
gemacht .
Der Abstand der einzelnen Streifen wird angezeichnet , und
danach werden die Streifen eingeklebt.
Um den Kühlergrill kam noch ein 1mm dicker und 2mm breiter
Zierstreifen , der die Optik des Grills aufwertet.
Das Opel Blitz Logo hab ich auf 2mm Poly aufgezeichnet , und
dann Freihand mit der Fräse graviert.
Nun wurde erstmal alles etwas geschliffen , und die
Kanten wurden abgerundet.
Einige Stellen wurden nochmals mit UHU Plast überstrichen ,
um die Festigkeit zu erhöhen.
Die Hauptscheinwerfer sind Drehteile aus Polyamid , der
Reflektor ist ein Tiefziehteil aus 2mm Poly , beklebt mit
Alufolie , und die Gläser sind aus klarem 2mm Poly.
In die Gläser wurden noch Streustreifen eingefräst.
Der Scheinwerferring ist ein 4mm Poly , dieser ist am Gehäuse
oben eingehängt , und unten mit einer 2mm Schraube
gesichert.
Ich wollte eigentlich kleine Glühlampen einbauen , aber das
Risiko das durch die Wärme die Gläser beschädigt werden
war mir zu hoch.
Darum hab ich weiße Led´s eingesetzt , diese leuchten
leider etwas bläulich , aber somit ist mein Blitz der erste
mit Xenon Licht.
Die vorderen Kotflügel sind genauso aufgebaut wie die
hinteren , also 4mm Ringe und 1mm Decke.
Die Kotflügel wurden eingepaßt , und vorne die Dreiecke
angeklebt.
Die Trittbretter sind aus 2mm Poly und seitlich erwärmt und
umgebogen.
Darauf wurden noch 1mm x 1mm Streifen geklebt , um einen
sicheren Tritt zu gewährleisten.
Die Scheinwerfen wurden angeschraubt , und die Kabel ins
innere verlegt.
Die Stoßstange wurde aus 20mm x 6mm Alu gebogen , und am
Rahmen montiert.
Nun zur Inneneinrichtung.
Die Sitzbank ist ein Kasten aus 2mm Poly. Die Polsterteile
hab ich aus Kunstleder ausgeschnitten , und mit
Sekundenkleber zusammengeklebt.
Ein 10mm dicker Schaumstoff schütz vor wundem Hinterteil
und Rücken.
In das Armaturenbrett hab ich Löcher gebohrt , um später
die Instrumente von hinten beleuchten zu können.
Die Instrumente sind selbst gefertigte Decals , die auf ein
durchsichtiges 2mm Poly geklebt werden , und dann in die Löcher
eingesetzt sind.
Der Lenkrad Kranz ist wieder ein gefräster Ring , der rund
geschliffen wird , und mit 2mm Messingdraht an der gedrehten
Nabe hält.
Das ganze Armaturenbrett ist geschraubt , da dieses die
Windschutzscheibe hält. Diese ist auch aus durchsichtigem
2mm Poly , wird aber demnächst durch Echtglas ersetzt.
Das hintere Fenster ist auch auswechselbar , das erleichtert
die Lackierarbeit ungemein.
Nun wurden noch die Schaltstangen angebracht , und die Fußstütze
eingeklebt.
Auf das Dach kam noch das damals vorgeschriebene Anhängerdreieck.
Dieses mußte bei Anhängerbetrieb aufgeklappt werden , und
war Nachts beleuchtet.
Das Dreieck entstand aus mehreren lagen 2mm Poly und kann
komplett verlegt werden . Die Scheibe ist eine gelbe
Plastikplatte , dahinter sitzt die gelbe Mini Led .
Durch einen Schalter im Führerhaus , kann die Led im
Dreieck zugeschaltet werden.
Links und rechts von der Motorhaube sind eine Schaufel
und eine Spitzhacke verstaut.
Die Halterungen sind aus 2mm Streifen zusammengeklebt.
Die Werkzeuge werden durch einen 1mm Gummistreifen gehalten
.Dieser Streifen ist hinten angeklebt , und vorne ist ein
Loch wo der Gummi in einen kleinen Nagel eingehängt wird.
So kann man die Werkzeuge abnehmen.
Vorne rechts , wurde noch die kleine Hupe montiert , diese
ist ein Drehteil mit einfräsungen.
Links sitzt der beleuchtete Notek Tarnscheinwerfer.
Zum Schluß wurden noch Scheibenwischer gebaut , und
angeschraubt.
Der Rückspiegel kann angeklappt werden , und ist mit
Spiegelfolie beklebt.
Einige kleine Details wurden noch hinzugefügt , dann konnte
es ans lackieren gehen.
Ich habe alle Metallteile mit Haftgrund vorbehandelt , und
gut durchtrocknen lassen.
Danach kam die Grundfarbe ( Jenseits von Afrika ) und die
Tarnflecken.
Nach dem trocknen konnten Reinhardt ( Fahrer ) und Dieter
Probesitzen.
Nun konnte die Elektrische Anlage eingebaut werden.
Der Akku , 12 Volt 3,2 Ah , sitzt direkt über der
Hinterachse , um etwas Gewicht nach hinten zu bekommen.
Er sitzt auf einem Gummipolster , um etwaige Stöße
abzufangen .
Dann konnte er verkabelt werden.
Links vom Motor sind der Fahrregler und der Empfänger .
Die Antenne wurde durch das Führerhaus geleitet , und dann
wurde an der Rückwand ein kurzer Stahldraht angeschraubt.
Rechts vom Motor , sitzen der Lichtverteiler und der
Lichtschalter.
Dieser Lichtschalter ist ein 2Kanal Sub Miniaturschalter von
www.conrad.de .
Der 1. Kanal ist für Scheinwerfer , Rücklicht , Anhängerdreieck
und Innenbeleuchtung.
Der 2. Kanal schaltet den Tarnscheinwerfer.
Für die Afrikapalme und die Divisionsabzeichen , hab ich
mir eine Schablone gemacht , und diese danach auflackiert.
Nummerntafeln sind selbstgemachte Decals.
Das Fahrzeuge wurde mit Ölkreide etwas gealtert , sprich
Schmutzspuren wurden aufgebracht.
Helle Kreide auf dunkle Stellen , und dunkle Kreide auf
helle Stellen.
Die Kreide wurde dann mit mattem Klarlack fixiert.
Danach wurden die Figuren und die Ausrüstung platziert.
Reinhardt und Dieter ins Führerhaus , und 7 Kameraden auf
die Pritsche.
Die Planenspriegel sind aus 4mm Silberstahl und werden von
Alu U´s gehalten , diese wurden später dazu lackiert.
Die Plane ist ein eingefärbter Baumwollstoff , sie wurde
an der Seite vernäht , und verkehrt zusammengenäht.
So sieht man später keine nähte von aussen.
An den Rändern sind 5mm Ösen eingeschalgen , so kann die
Plane nach unten gespannt , und in M2 Schrauben eingehängt
werden.
Leider ging die Plane beim ersten mal waschen etwas ein ,
aber schön langsam spannt sie nicht mehr so extrem.
So , Anfang April war der Blitz soweit fertig, es fehlten
nur noch ................ Vorderachse und Verteilergetriebe.
Ich wurde langsam sauer , denn die Teile wurden noch immer
nicht geliefert.
Zwischenzeitlich hab ich eine kleine Werkzeugkiste gebastelt
, natürlich aufklappbar.
Darin sind einige M2 und M3 Schrauben und Muttern , etwas
Werkzeug und sonstiger Kram den man brauchen kann.
Ich hatte gar nicht mehr damit gerechnet , aber Ende
Oktober kamen endlich die Vorderachse und das
Verteilergetriebe ................ nach 8 Monaten !!!!!
langem warten.
Sogleich wurde die Achse eingebaut , das Getriebe platziert
und angeschraubt , und die Kardanwellen aus 8mm Silberstahl
gefertigt.
Nach ein paar Proberunden , wurde alles wieder abgebaut ,
lackiert , und danach wieder eingebaut.
Nun ist er fertig , nach 2 Monaten reiner Bauzeit ,
2500€ Kosten , und vielen Problemen bei der Realisierung.
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